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Männlich, 48 Jahre alt: TU Dresden legt Studie zum typischen Pegida-Demonstranten vor

Männlich, 48 Jahre alt: TU Dresden legt Studie zum typischen Pegida-Demonstranten vor

Für die Teilnehmer der Dresdner Pegida-Demos spielt das Thema Islamisierung eine offenbar immer geringere Rolle. Laut einer Studie der TU Dresden, deren erste Ergebnisse am Mittwoch vorgestellt wurden, nennen mehr als 50 Prozent die „Unzufriedenheit mit der Politik“ als Grund für die Teilnahme.

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Prof. Hans Vorländer stellte am Mittwochvormittag erste empirische Untersuchungen zu Pegida vor.

Quelle: TU Dresden

Dresden. Nur für 20 Prozent geht es um Zuwanderung oder Religion. Weitere 20 Prozent gaben Kritik an den Medien als Grund für ihr Kommen an.

Zudem hat die Studie erfasst, wer zu Pegida geht. Der „typische“ Pegida-Demonstrant stammt aus der Mittelschicht, ist gut gebildet und verdient überdurchschnittlich gut. Er ist im Schnitt 48 Jahre alt, männlich, weist keine Konfession und auch keine Parteizugehörigkeit auf. Und: Nur jeder dritte Demonstrant kommt aus Dresden.

Für die Studie, die erste empirische Erhebung zum Phänomen Pegida überhaupt, hatten 15 Studenten und Mitarbeiter der TU an drei Demo-Tagen im Dezember und Januar insgesamt 400 Teilnehmer anonym für jeweils rund zwei Minuten befragt. Die Studie hat aber ein Problem: Von den angesprochenen Pegida-Teilnehmern verweigerten rund 65 Prozent jede Aussage. Zudem sei den Befragern eine teils feindselige Stimmung entgegen gebracht worden. Für manche hätte die Umfrage aber auch fast eine therapeutische Wirkung gehabt. Einige hätten sich gegenüber den Wissenschaftlern ihren ganzen Frust von der Seele geredet.

Die Forscher sehen ihre Daten trotz der vielen Nicht-Antworten jedoch als ausreichend an. Große Verzerrungen seien nicht zu erwarten. Die Stichprobe von 400, die mit den TU-Mitarbeitern redeten, sei groß genug für verlässliche Aussagen.

Studienleiter Hans Vorländer, Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte an der TU Dresden, nimmt in den Ergebnissen eine tiefe Kluft zwischen Politik und Medien auf der einen Seite und den Problemen und Meinungen der Pegida-Teilnehmer auf der anderen Seite wahr. Seiner Meinung nach würden die Aussagen die Krise der repräsentativen Demokratie aufzeigen. Während politische Willensbildung in der Praxis immer komplexer werde und Kompromisse erforderten, wolle der Bürger einfache Aussagen und unmittelbar gehört werden. Das sei ein strukturelles Dilemma, so Vorländer. Für Politik und Medien gehe es nun darum, die Komplexität zu erklären, zu zeigen, dass Kompromisse nötig sind.

Eine Möglichkeit dazu könnten Volksentscheide sein. „Ich glaube nicht, dass das die Lösung der Probleme ist“, so Vorländer. Es würde die Bürger aber in die Verantwortung nehmen. Diese könnten dann nicht mehr die Politiker als Sündenböcke ansehen. „Man sollte es mal versuchen“, schlug der Wissenschaftler vor.

Wie es mit Pegida in den kommenden Wochen und Monaten weitergehen könnte, dazu macht die Studie keine Aussagen. Vorländer selbst vermutet, dass sich Pegida entweder zu einer eigenständigen rechtspopulistischen Bewegung entwickeln, oder zum Partner der AfD werden könnte. In jedem Fall wollen er und seine Mitarbeiter auch künftig Pegida-Teilnehmer zu deren Ansichten befragen.

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