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Magen-Darm-Grippe: Krankheitswelle ebbt in Sachsen ab - 69 Norovirus-Fälle nachgewiesen

Magen-Darm-Grippe: Krankheitswelle ebbt in Sachsen ab - 69 Norovirus-Fälle nachgewiesen

Noch nie hat Essen in Deutschland so viele Magen-Darm-Erkrankungen ausgelöst wie derzeit. Das hat das Robert Koch-Instituts (RKI) am Montag in Berlin in einem Lagebericht zu dem in Ostdeutschland grassierenden Brechdurchfall mitgeteilt.

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Ob Viren oder bestimmte Gift bildende Bakterien der Auslöser für die Krankheitswelle waren, wird derzeit noch analysiert.

Quelle: dpa

Berlin/Dresden. Nach dieser neuesten Statistik waren bundesweit mehr als 9400 Menschen betroffen, vor allem Kinder und Jugendliche. 2880 Erkrankungen wurden in Sachsen registriert. Die Ursache ist weiterhin nicht ganz klar. Experten aus Bund und Ländern gehen davon aus, dass die Krankheit durch das Schul- und Kita-Essen hervorgerufen wurde. Ob Viren oder bestimmte Gift bildende Bakterien der Auslöser waren, ist aber noch offen.

Im Freistaat ist das hochansteckende Norovirus inzwischen in 69 Fällen als Erreger nachgewiesen worden. Laut Gesundheitsministerium gibt es keine neuen Magen-Darm-Erkrankungen, auch wenn sich die Gesamtzahl der Fälle seit Ende vergangener Woche noch einmal um 80 erhöht hat. Das hänge mit Nachmeldungen aus den Gesundheitsämtern zusammen, sagte ein Sprecher. Die Behörden gehen eher von einem Abklingen der Erkrankungen aus. Bisher wurden amtlich Proben bei 187 Kindern und Erwachsenen genommen, 158 Untersuchungen abgeschlossen.

Zwei Einrichtungen eines Essenanbieters wurden geschlossen, umfangreich gereinigt, desinfiziert und nach behördlicher Abnahme wieder freigegeben. Gelagerte Lebensmittel dürfen nicht mehr verwendet werden. Bei 26 Mitarbeitern der Firma an vier Standorten wurden Proben genommen, bei zwölf von ihnen wurde das Norovirus nachgewiesen. Sie wurden freigestellt.

Nach Angaben von Sodexo haben vier der sechs vorsorglich geschlossenen Küchen in Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Berlin mittlerweile nach Freigabe durch die Behörden wieder den Betrieb aufgenommen.

Die Grünen forderten die Schulträger auf, bei der Auswahl der Essensanbieter vorrangig Qualität und Gesundheit der Kinder zu berücksichtigen statt die günstigste Offerte anzunehmen. Dort, wo vor Ort gekocht werde, sei die Gefahr großflächiger Krankheitsausbreitung geringer, erklärte der Landesverband in Dresden. Die Regierung sei in der Pflicht, bessere Qualitätsstandards für das Essen in Kitas und Schulen durchzusetzen. „Ordentliche Lernbedingungen und gesunde Ernährung gehören zusammen.“

Schulen und Kitas in Berlin und Südthüringen verzichteten zu Wochenbeginn vorsorglich auf das Essen des Anbieters Sodexo, der alle betroffenen Einrichtungen beliefert hatte. Von der Welle am stärksten betroffen ist Brandenburg mit 2896 Fällen, gefolgt von Sachsen, Berlin (2655), Thüringen (964) und Sachsen-Anhalt (50). 23 Kranke mussten in Kliniken behandelt werden, darunter die meisten (16) in Brandenburg. In der Regel verliefen die Erkrankungen unkompliziert und waren nach kurzer Zeit ausgestanden. Die erneut erhöhte Zahl ist vor allem auf Nachmeldungen zurückzuführen. Sodexo verwies am Montagabend darauf, dass seit Freitag keine neuen Krankheitsfälle aufgetreten seien.

Nach dem Höhepunkt Mitte vergangener Woche hat sich die Lage laut Robert Koch-Institut beruhigt. Erste Fälle hatte es neuen Erkenntnissen zufolge bereits am 19. September in Sachsen gegeben, also mehr als eine Woche, bevor die Erkrankungen offiziell bekanntwurden. Aus Sicht des RKI ist es aber auch möglich, dass diese Erkrankungen mit der späteren Welle nichts zu tun haben.

Neben dem Norovirus als Erreger stehen auch Gift bildende Bakterien im Verdacht. Sicher ist offenbar: Die Erkrankungen hängen mit dem Schulessen der Cateringfirma aus dem hessischen Rüsselsheim zusammen. Ein Sprecher hatte am Sonntag erklärt, dass es im Produktionsprozess keine Ungereimtheiten gebe. Am Montag lag noch keine Äußerung der Firma vor.

Um die Ursache so schnell wie möglich zu finden und den Ausbruch der Magen-Darm-Erkrankungen zu stoppen, war eine Task Force unter Federführung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingerichtet worden. Beteiligt sind auch das RKI, das Bundesinstitut für Risikobewertung und Vertreter der zuständigen Länderbehörden.

dpa

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