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Mann ersticht eigene Mutter - Geständnis im Prozess am Landgericht Chemnitz

Mann ersticht eigene Mutter - Geständnis im Prozess am Landgericht Chemnitz

Mit 52 Messerstichen hat ein Mann in Sachsen seine eigene Mutter getötet. Zu Prozessauftakt am Dienstag vor dem Landgericht Chemnitz gab der Angeklagte die Bluttat zu.

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Mit einer Decke über dem Kopf sitzt der Angeklagte zum Prozessauftakt am 23. August 2011 im Landgericht Chemnitz zwischen zwei Justizbeamten. Der Mann hat zugegeben, seine Mutter nach einem Streit mit einem Küchenmesser erstochen zu haben.

Quelle: dpa

Chemnitz. Warum er mit einem 40 Zentimeter langen Küchenmesser zustach, kann sich der 46-Jährige nach eigenen Worten nicht erklären. Es tue ihm leid, sagte der Verteidiger des Angeklagten im Namen seines Mandanten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann unter anderem Totschlag vor, der Angeklagte habe die Frau grundlos getötet.

Die 82-Jährige war bei der Attacke im März tödlich verletzt worden. Wie der Jurist für den Angeklagten erklärte, war der sehbehinderte Mann in der Tatnacht kurz nach Mitternacht aus seiner Dachstube in die Wohnung der Mutter gegangen. Dort seien beide in Streit geraten. Der Angeklagte müsse wohl in einem Reflex nach dem Küchenmesser gegriffen und zugestochen haben.

Der Mann berichtete vor der Kammer von Spannungen im Zusammenleben mit seiner Mutter. Als er etwa für Untersuchungen ins Krankenhaus gehen wollte, habe sich die Frau geweigert, sich so lange in einem Pflegeheim betreuen zu lassen. Zudem gefiel ihm nicht, dass die Mutter zu den Mitarbeiterinnen eines Pflegedienstes offensichtlich ein vertrautes Verhältnis entwickelte und ihnen heimlich Geld zusteckte - wie er glaubte. „Sie wurde ausgenutzt.“

Auch habe ihm die 82-Jährige gedroht, ihn wieder in ein psychiatrisches Krankenhaus zu schicken. „Da ging es mir nicht gut, da wollte ich nicht zurück“, sagte der Angeklagte. In der Psychiatrie in Rodewisch im Vogtland hatte der Mann bis Ende 2007 drei Jahre im Maßregelvollzug zugebracht. Er soll versucht haben, in einem Wohnhaus mit Gas und Benzin eine Explosion zu verursachen. Das Gericht erklärte ihn damals laut Staatsanwalt für schuldunfähig und allgemeingefährlich. Ein späteres Gutachten kam zu einem anderen Ergebnis und der Angeklagte so wieder auf freien Fuß.

Die Leiche der Frau war entdeckt worden, nachdem der Angeklagte eine Pflegedienstmitarbeiterin angegriffen hatte, die seine Mutter versorgen wollte. Der 46-Jährige soll die Frau geschlagen haben, sie flüchtete und rief die Polizei. Wegen dieser Attacke wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten auch gefährliche Körperverletzung vor. Auf gleiche Weise hatte er schon zehn Jahre zuvor eine ehemalige Freundin angegriffen. Der Prozess soll an diesem Mittwoch fortgesetzt werden.

dpa

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