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Manroland steht vor dem Verkauf - Protest gegen massiven Stellenabbau in Plauen

Manroland steht vor dem Verkauf - Protest gegen massiven Stellenabbau in Plauen

Das Schicksal des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland könnte sich schon am Wochenende entscheiden. Nach dem Ablauf der Angebotsfrist am Freitag werde Insolvenzverwalter Werner Schneider vielleicht schon am Montag einen oder mehrere Käufer präsentieren, hieß es aus Unternehmenskreisen.

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Das Schicksal des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland könnte sich schon am Wochenende entscheiden.

Quelle: Volkmar Heinz

Augsburg/Plauen. Die Gespräche mit einem deutschen Investoren und mindestens einem weiteren Interessenten seien in der Schlussphase. Viele der 6500 Arbeitsplätze werden aber in jedem Fall verloren gehen: „Nächste Woche wird grausam“, sagte der Zwickauer IG-Metall-Bevollmächtigte Stefan Kademann.

Wahrscheinlich wird der Konzern zerschlagen. Es werde eher „getrennte Lösungen“ für die drei deutschen Standorte Augsburg, Offenbach und Plauen geben, hieß es aus Finanzkreisen. Für alle drei Werke gebe es ernsthafte Interessenten. Als ein aussichtsreicher Kaufinteressent wurde ein deutscher Investor genannt - chinesische Interessenten seien aus dem Rennen.

Gewerkschafter Kademann sprach bei einer Demonstration von 700 Menschen in Plauen für den Erhalt der Manroland-Tochter Plamag von zwei Interessenten, die in die engere Auswahl gekommen seien und „im Prinzip seriöse Angebote“ vorgelegt hätten. Der Plauener Betriebsratschef Udo Meier nannte es die wahrscheinlichere Variante, dass die Plamag nur noch als gedrosselter Zulieferer von Augsburg erhalten bleibe.

„Wir wollen eine zukunftsfähige Struktur haben in Plauen, darum kämpfen wir“, sagte Kademann. Die Plamag dürfe bei der Neulösung nicht zu einer verlängerten Werkbank etwa von Augsburg werden. Betriebsrat und Gewerkschaft drängten in den bisherigen Gesprächen mit Politik und Insolvenzverwalter auf den Verbleib von Lizenzen und Patenten in Plauen, um überhaupt die Chance auf einen eigenständigen Weg zu erhalten. Kademann spricht bereits kühn von einer „sächsischen Lösung“ - und verweist auf die von der Landesregierung in Aussicht gestellte finanzielle Unterstützung eines Käufers.

„Fördermittel gibt es bloß, wenn es nicht eine verlängerte Werkbank ist“, betonte Betriebsratschef Meier. Er forderte vom neuen Investor soviel Kompetenzen für die Plamag zurück, dass der einstige DDR-Vorzeigebetrieb wieder selbst Maschinen bauen könne. Vor einem Jahr hatte Plamag durch eine Strukturreform de facto die Eigenständigkeit als Druckmaschinenhersteller verloren und arbeitet seitdem vor allem Augsburg zu, wo die Manroland AG sitzt.

Dort sollen die Beschäftigten Dienstagmittag (17. Januar) auf einer Betriebsversammlung informiert werden. In Offenbach und Plauen sollen Betriebsräte die Mitarbeiter unterrichten. Der Druckmaschinenhersteller war vor allem wegen des Internetbooms in Schieflage geraten und musste Ende November Insolvenz anmelden.

Die Alteigentümer Allianz und MAN haben dem Insolvenzverwalter und dem Betriebsrat 24 Millionen Euro für Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften zugesagt. Damit soll der Übergang der künftig nicht mehr gebrauchten Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit abgefedert werden. In der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden demonstrierten am Freitag 1000 Beschäftigte aus Offenbach für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Das vorläufige Insolvenzverfahren endet am 31. Januar. Danach droht im schlimmsten Fall die Arbeitslosigkeit.

dpa

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