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Medientreffpunkt Mitteldeutschland startet in Leipzig mit 1200 Teilnehmern

Medientreffpunkt Mitteldeutschland startet in Leipzig mit 1200 Teilnehmern

Der Bahnhof ist weg. Keine öffentlichen Diskussionen mehr im mobilen heute-studio des ZDF. "Das war seit drei, vier Jahren klar, aber schmerzhaft ist es jetzt trotzdem", sagt Werner Lange, der zusammen mit Thoralf Keßler seit zwölf Jahren den Medientreffpunkt in Leipzig organisiert.

Leipzig. Grund für die Abwesenheit: Das mobile Studio existiert nicht mehr, seit der Mainzer Sender über ein virtuelles Studio verfügt.

Aber es gibt Hoffnung. Werner Lange: "Wir bemühen uns, im nächsten Jahr wieder etwas in den Bahnhof zu bekommen, mit dem wir die moderne Technik zeigen, mit der heute Fernsehen gemacht wird." Also pausiert dieses Jahr auch die Möglichkeit, sich mal selbst als Nachrichten-Moderator vor einer Kamera auszuprobieren oder die Mainzelmännchen in Groß zu treffen.

Gehalten wurde allerdings thematisch, was Werner Lange und Thoralf Keßler, die den dahindämmernden Leipziger Medientreffpunkt 1999 neu starteten, in ihr Startkonzept schrieben: Es geht um alle Medienbereiche. Thoralf Keßler;: "Dabei fragen wir uns immer, was gerade im Umbruch oder in der aktuellen Diskussion ist." Also geht es ums digitale Radio, um die künftige Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, um die Kosten für Qualitätsjournalismus, um unerwartete neue Allianzen in der Internet-Welt, um Leistungsschutz-Rechte.

Werner Lange: "Wir freuen uns, dass zum Podium über die Rechte-Diskussion Arnd Haller, der Justiziar von Google, und Christoph Keese vom Springer Verlag kommen." Auch RTL-Chefin Anke Schäferkordt, die letztes Jahr absagen musste, reist nach Leipzig, um über das Fernsehen von heute und von morgen zu reden - mit ProSiebenSat.1-Chef Andreas Bartl, MDR-Intendant Udo Reiter, ARD-Programmchef Volker Herres, Jürgen Doetz (Privat-Telemedienverband) und den Staatssekretären Peter Zimmermann (Thüringen) und Johannes Beermann (Sachsen). Das Podium am Mittwoch Vormittag bekommt auch dadurch Brisanz, dass am 6. Mai die Chefs der Staatskanzleien über die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland beraten werden.

Eine Reihe mit elf Diskussionsrunden zieht sich, 20 Jahre nach dem Ende der DDR, durch alle drei Tage hindurch: 20 Jahre Medienfreiheit. Werner Lange: "Das war vor 20 Jahren eine großartige Zeit, in der Leute sich nicht einengen ließen, sondern sich wirklich was getraut haben, auch wenn nicht alle Ideen aufgegangen sind." Am Dienstag wird es einen Festakt gegen, an dem auch die Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen teilnehmen.

Es geht in der Erinnerungs-Reihe um den Beginn einer neuen Medienordnung, um den Staatsfunk, der zum freien Radio wurde, um Zeitungskonzepte, die aus dem Westen kamen, um Veränderungen an den Hochschulen. Dazu können Werner Lange und Thoralf Keßler, das Duo Medientreffpunkt, einiges aus persönlichem Erleben beitragen. Immerhin haben sie damals in Leipzig studiert und dann das erste Ost-West-Radiobüro in Leipzig gegründet. Dummerweise nannten sie das SWR (Sächsisch-Westfälisches Rundfunk-Journalistenbüro). Als sich der SWR (Südwestrundfunk) der ARD dann gründete, kam sofort die Abmahnung.

Auf sichere Füße gestellt wurde in diesem Jahr der im Mai 2009 wacklige Treffpunkt Mediennachwuchs, den bisher die Firma S-WOK von Werner Lange und Thoralf Keßler betrieb (wir berichteten). Die AG Medientreffpunkt ist inzwischen eingestiegen und führt den Treffpunkt als integrierte Extra-Veranstaltung weiter. Thoralf Keßler: "Jetzt ist der Treffpunkt erst einmal stabilisiert. Nach diesem Jahr sehen wir dann, in welche Richtung er sich entwickeln lässt. Viele Themen zu neuen Medien sind ja ohne den Fokus auf den Nachwuchs gar nicht zu behandeln."

Viele Medienexperten kommen, einer hat abgesagt: Wim Wenders, der gerade seinen Film über Pina Bausch in 3D dreht. Werner Lange: "Es hätte mich interessiert, das Thema 3D aus der Hollywood-Ecke herauszuholen. Aber Wenders ist mitten im Dreh und kann noch nicht über Erfahrungen reden." Ein Podium zu 3D gibt es trotzdem.

Norbert Wehrstedt

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