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Mehr Sachsen süchtig nach illegalen Drogen

Mehr Sachsen süchtig nach illegalen Drogen

Suchtkranke im Freistaat haben zunehmend Probleme mit illegalen Drogen. Wie die Sächsische Beratungsstelle gegen Suchtgefahren am Montag berichtete, suchten deswegen im vergangenen Jahr 5625 Sachsen Hilfe.

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Eine Drogenabhängige zündet sich eine Crack-Pfeife an.

Quelle: dpa

Dresden. Im Vorjahr waren es mit 5349 Abhängigen noch fünf Prozent weniger. Vor allem aufputschende Mittel wie Crystal seien regelrecht im Trend, sagte Geschäftsstellenleiter Olaf Rilke. „Das hat mit der Nähe zu Polen und Tschechien zutun, wo diese Drogen produziert werden.“ Jeder fünfte Suchtkranke habe Probleme mit illegalen Drogen. Mehr Hilfsangebote gebe es jedoch nicht.

Rund 28.500 Suchtkranke wurden 2010 im Freistaat beraten. Ihre Zahl blieb damit verglichen mit den Vorjahren zwar relativ konstant. Das sei jedoch trügerisch, warnte Rilke. „Die Betreuungsangebote sind schlichtweg ausgeschöpft.“ Der Bedarf sei weitaus größer. Er schätzte, dass allein die Zahl der Alkoholabhängigen in Sachsen bei 65 000 liegt. Mit einem Anteil von 60 Prozent machten sie die größte Gruppe der Hilfesuchenden aus. Abhängig von illegalen Drogen wie Kokain oder Cannabis seien etwa weitere 37 000 Sachsen.

Die 46 Beratungsstellen im Freistaat würden größtenteils von Wohltätigkeitsverbänden wie der Diakonie oder der Caritas betrieben und von den Kommunen finanziert. „Das Problem ist, dass die Kommunen immer mehr sparen müssen“, sagte Rilke. „Wir brauchen aber eigentlich noch mehr wohnortnahe Betreuungsangebote.“ Langfristig lohne sich das auch für den Freistaat, sagte der Experte. Suchtkranke kosteten das Land etwa 1,2 Milliarden Euro im Jahr. „Sucht verursacht neben menschlichem Leid unheimliche Folgekosten für die Gesellschaft“, betonte Rilke. Prävention sei daher günstiger.

dpa

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