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Mehr Sender, schärferes Bild: DVB-T2 HD startet im Raum Leipzig-Halle

Auftakt am 29. März Mehr Sender, schärferes Bild: DVB-T2 HD startet im Raum Leipzig-Halle

In gut sechs Wochen startet im Großraum Leipzig-Halle das neue Antennenfernsehen DVB-T2 HD. Allerdings muss sich der Zuschauer dafür auch ein paar Dinge zulegen.

In der Nacht zum 29. März 2017 wird das Signal von DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 HD umgestellt.

Quelle: dpa

Leipzig. In gut sechs Wochen startet im Großraum Leipzig-Halle das neue Antennenfernsehen DVB-T2 HD. „Es ist die nächste Revolution beim TV-Empfang“, kündigt Michael Richter von der Landesmedienanstalt Sachsen-Anhalt an. Nach der Umstellung am 29. März würden die Veranstalter einen deutlichen Anstieg der Nutzerzahlen erwarten. Denn dann seien in den Ballungsräumen mit einer kleinen Zimmerantenne 40 Programme in bester HD-Bildschärfe empfangbar: Neben den Öffentlich-Rechtlichen wie ARD und ZDF gehörten dazu alle großen Marken der Privatsender RTL und ProSiebenSat.1.

Allerdings muss sich der Zuschauer zur Nutzung dieses Angebots eine neue Empfangsbox (Receiver) oder eine Einsteckkarte für sein TV-Gerät (CI+Modul) kaufen. In aller Regel beherrschen nur nagelneue Fernseher, die seit vergangenem Jahr in die Läden kamen, das Entschlüsseln der Signale auch ohne solche Zusatzgeräte. Die alten DVB-T-Sticks zum Empfang an Computern oder Tablets haben ab dem 29. März ebenfalls weitgehend ausgedient. „Nach der Umstellung werden in unserem Gebiet über den alten Standard nur noch Leipzig ­Fernsehen, BBC World und Bibel.TV ausgestrahlt“, erklärt Martin Deitenbeck von der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM). Alle neuen Empfangsgeräte seien jedoch abwärtskompatibel. Deshalb könne man mit ihnen auch diese drei Programme weiter sehen.

Im Handel ist die Nachfrage nach den neuen Geräten „extrem gestiegen“, so Stefan Glieden vom Media-Markt in den Leipziger Höfen am Brühl. „Aktuell liegt der monatliche Verkauf an Receivern etwa zehnmal so hoch wie im vergangenen Jahr. Wir erwarten, dass er noch weiter anzieht“, bestätigt Werner Varnhorn von Saturn im Leipziger Hauptbahnhof. Kunden müssen etwa 40 bis 100 Euro für die neuen Geräte ausgeben.

Leipzig/Halle zählt bei  DVB-T2 HD zu den Pionierregionen in Deutschland. Im Raum Dresden beginnt der Regelbetrieb erst im Herbst 2017, rings um Chemnitz im Herbst 2018. Die Signale vom Funkturm im Leipziger Messegrund sollen bis nach Delitzsch, Wurzen, Mutzschen, Bad Lausick oder Zeitz gut empfangbar sein – zumindest per Außenantenne. Für weiter entfernte Orte wie Torgau, Altenburg oder Naumburg wird wohl eine Dachantenne nötig. In den Metropolen, wo das Anbringen von Satelliten-Schüsseln an den Häusern meist untersagt ist, reicht hingegen eine kleine Stabantenne im Zimmer.

In Leipzig-Halle waren die Privatsender beim alten DVB-T nicht vertreten. Deshalb lag hier der Marktanteil nur bei drei bis vier Prozent, so Michael Richter. „In anderen Regionen wie Berlin, wo auch die Privaten eingespeist wurden, nutzten über 20 Prozent der Haushalte die Antenne. Das wird sich nun sicher bald angleichen.“ Mit 40 HD-Programmen und einem vergleichsweise niedrigen Anschaffungspreis macht die neue Offerte vor allem den Kabelanbietern Konkurrenz. Diese verlangen in Leipzig für Angebote mit ähnlich vielen HD-Sendern etwa 17 bis 19 Euro pro Monat. Das neue Antennenfernsehen ist bis Ende Juni 2017 gratis, so Amelie Rösinger vom Betreiber Media Broadcast. Wer danach nur die 20 öffentlich-rechtlichen Sender schauen möchte, könne dies kostenlos tun, weil der Aufwand schon über die Rundfunkgebühren gedeckt ist. Die 20 privaten Programme gebe es dann nur noch über ein Abo namens Freenet-TV, das 5,75 Euro pro Monat kostet. 

Jens Rometsch

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