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Mehrjährige Haftstrafen für Motorradrocker - auch einstiger Weimarer "Bandidos"-Chef verurteilt

Mehrjährige Haftstrafen für Motorradrocker - auch einstiger Weimarer "Bandidos"-Chef verurteilt

Nach rund einem Jahr und fast 30 Verhandlungstagen hat das Landgericht Gera drei Motorradrocker zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der einstige Kopf der Weimarer „Bandidos“ muss wegen räuberischer Erpressung und Beleidigung in acht Fällen für zwei Jahre und drei Monate ins Gefängnis, wie das Gericht am Dienstag mitteilte.

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Nach rund einem Jahr und fast 30 Verhandlungstagen hat das Landgericht Gera drei Motorradrocker zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, darunter auch den einstigen Chef der Weimarer „Bandidos". (Archiv- und Symbolfoto)

Quelle: dpa

Gera. Ein weiterer Angeklagter wurde im schwer bewachten Gerichtssaal wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter Brandstiftung zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt, ein dritter zu dreieinhalb Jahren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem „Bandidos“-Chef vorgeworfen, seine Mittäter zu einem Brandanschlag auf den konkurrierenden Club der „Red Devils“ angestiftet zu haben. Im Mai 2008 sollen die beiden Molotow-Cocktails durch ein Fenster des Clubhauses geworfen haben. Nur durch Zufall entstand dabei kein größeres Feuer. Der Chef der Bande habe eine „gewaltbereite Grundeinstellung“ und seine Stellung als Präsident des inzwischen aufgelösten Clubs ausgenutzt, so die Staatsanwaltschaft. Außerdem habe der Angeklagte einen Bekannten um mindestens 8000 Euro erpresst und geschlagen, weil dessen Freundin nicht mehr als Prostituierte „anschaffen“ gehen wollte.

Während die Staatsanwaltschaft drei Jahre und drei Monate Haft für den „Bandidos“-Kopf sowie mehrjährige Strafen für die beiden anderen Rocker forderte, hatte die Verteidigung auf Freispruch plädiert. Die Taten seien durch die Beweisaufnahme nicht ausreichend nachgewiesen, hatte Rechtsanwalt Udo Freier erklärt. Zudem hätten Kronzeugen unglaubwürdige Aussagen gemacht. Bis zuletzt hatten die drei Männer vor Gericht geschwiegen. Die Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen gilt als Tabu in der Szene.

Die „Bandidos“ beschäftigen die Thüringer Gerichte bereits seit längerem. Im vergangenen Jahr hatte das Geraer Landgericht sieben Rocker unter anderem wegen schweren Bandendiebstahls zu Haftstrafen von teils mehr als acht Jahren verurteilt.

Auch der jetzt erneut schuldig gesprochene frühere Weimarer Clubpräsident war bereits im Januar zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Damals saß er in einem umfangreichen Strafverfahren mit vier weiteren Rockern in Erfurt auf der Anklagebank. Der Hauptangeklagte erhielt seinerzeit neuneinhalb Jahre, weil er vor einer Disco in Weimar einen Mann niedergestochen hatte. Im Juli war ebenfalls in Erfurt ein früherer „Bandido“ zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er einen Anhänger der „Hells Angels“ niedergestochen hatte.

In den Verfahren stützte sich die Anklage auch auf Aussagen von Ex-„Bandidos“, die mit den Ermittlern kooperierten. Zum Schutz vor möglichen Racheakten werden sie im Zeugenschutzprogramm der Polizei geführt.

dpa

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