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Meissen: Neupositionierung nach Entlassungswelle

Meissen: Neupositionierung nach Entlassungswelle

Meißen. Die Entlassungswelle ist bereits Geschichte, nun soll der Aufschwung kommen: Die Porzellan-Manufaktur Meissen präsentiert seit Montag auf der Augustusburg limitierte Kunstwerke und Neuheiten 2011. Bis zum 3. Oktober werden die Stücke gezeigt - neben ausgesprochener Luxusware wie dem auf zwei Exemplare pro Jahr beschränkten „Tafelaufsatz des Grafen Brühl“ für 125 000 Euro sind auch preiswerte Teile wie Espresso-Tassen zu sehen.

Damit will die Manufaktur vor allem junge Käuferschichten anlocken. Für sie hat Meissen eigens ein Schwarz-Weiß-Programm aufgelegt.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Christian Kurtzke, gab sich überzeugt, mit den neuen Kollektionen die „Stilführerschaft“ zu erlangen. Parallel zur „Innovationsoffensive“ der Manufaktur sei bereits die größte Anzeigenkampagne der 300-jährigen Unternehmensgeschichte angelaufen. Gleichwohl betonte Kurtzke mit Blick auf die Vergangenheit: „Wir haben längst nicht alle Ziele erreicht.“

Im Sommer war bekannt geworden, dass Meissen jede vierte Stelle streichen muss. Nach Angaben des Unternehmens vom Montag wurden bis Ende August wie angekündigt 180 der bislang 784 Jobs abgebaut. Etwa 30 Betroffene haben sich laut Kurtzke für den Wechsel in eine Transfergesellschaft entschieden. Das Unternehmen mit den gekreuzten Schwertern als Markenzeichen hatte den Schritt als alternativlos dargestellt. Er wolle die Manufaktur „nicht nur als Kulturgut bewahren, sondern auch wirtschaftlich gut aufstellen“, sagte Kurtzke.

Mit Blick auf die angekündigte Ausweitung der Produktpalette betonte er, Teppiche und Tapeten würden auch in Zukunft „nicht unser Kerngeschäft“ sein. Die Idee, „vom Tisch in den Raum“ zu denken, begleite die Manufaktur aber schon seit Gründung - „dahin kehre ich wieder zurück“. Er widersprach zudem der Kritik, im Jubiläumsjahr 2010 Chancen verpasst zu haben. Dagegen sprächen auch die guten Besucherzahlen in der Manufaktur und auf der Albrechtsburg, auf der noch bis Ende Oktober die Sonderschau „Der Stein der Weis(s)en“ zu sehen ist. Alleiniger Gesellschafter des Unternehmens ist der Freistaat Sachsen.

dpa

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