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Millionen durch Bahnstreik gespart - jetzt soll investiert werden

Verkehrsverbände versprechen besseren Service Millionen durch Bahnstreik gespart - jetzt soll investiert werden

Die Kassen sind nach den Lokführerstreiks im April und Mai gut gefüllt. Daher versprechen die regionalen Verkehrsverbände in Mitteldeutschland nun einen besseren Service.

Quelle: dpa

Leipzig. Die Lokführerstreiks von April und Mai haben Millionen Reisende Zeit und Nerven gekostet. Positiver Nebeneffekt: Die Kassen der Nahverkehrsverbände sind nun gut gefüllt, weil sie wegen der Zugausfälle weniger an die Deutsche Bahn zahlen müssen. Es geht um Millionen und die sollen für mehr Verkehr und Investitionen fließen.

"Die Ausfälle waren groß", sagt Bernd Irrgang vom Leipziger Nahverkehrsverband ZVNL. Der Verband organisiert den Schienenverkehr auf insgesamt rund 500 Kilometern Bahnstrecke. Irrgang geht allein für den Leipziger Raum von Einsparungen in Höhe von über einer Million Euro aus. Die Gelder sollen für den barrierefreien Ausbau der Bahnsteige und verbesserte Umstiegsmöglichkeiten auch zum Busverkehr verwendet werden. Die Gespräche hierzu werde der Verband noch mit den Kommunen führen.

Neben dem ZVNL sind weitere vier Verbände für das regionale Schienennetz in Sachsen zuständig. Sie rechnen ebenfalls mit Einsparungen in Millionenhöhe. Beim Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) in Dresden werde die genaue Summe erst in einigen Monaten vorliegen, sagt VVO-Sprecher Christian Schlemper. Dann entscheide man über ihren Einsatz. "In der Vergangenheit haben wir die Gelder in Investitionen und in mehr Verkehr gesteckt."

Der in Chemnitz ansässige Verkehrsverbund Mittelsachsen will die eingesparten Mittel einsetzen, um bei Großveranstaltung wie dem Tag der Sachsen oder der Landesgartenschau mehr Verkehr anbieten zu können. Thorsten Müller vom Verband ÖPNV Vogtland spricht beim Rückblick auf die Streiktage von einer "erheblichen Belastung für die Fahrgäste". Neben DB Regio fahren auch andere Verkehrsunternehmen im Verbandsgebiet. Streikbedingt würden deshalb nur rund 150000 Euro weniger an DB Regio gezahlt. Das Geld helfe, schon beschlossene Abbestellungen von Verbindungen in Richtung Leipzig zum Teil zurückzunehmen.

In Sachsen-Anhalt rechnet die Regierung aufgrund der Zugausfälle damit, dass sie insgesamt 4,8 Millionen Euro in diesem Jahr und 2,6 Millionen im Vorjahr weniger an die Bahn überweist. Ohne diese Mittel müsste auf bestimmten Strecken der Verkehr ausgedünnt werden. Auch Thüringen hat durch die Lokführerstreiks ordentlich gespart: Im Vorjahr seien es vier Millionen Euro und im ersten Halbjahr dieses Jahres 2,5 Millionen Euro gewesen.

Der Ausstand der Lokführer war der härteste Tarifkonflikt in der Geschichte der Deutschen Bahn. Zwischen September 2014 und Mai 2015 streikten die Lokführer insgesamt neun Mal - darunter mehrere Tage am Stück. Den der Bahn AG entstandenen Schaden hat der Schienenriese mit bis zu 500 Millionen Euro angegeben. Auf dem mitteldeutschen S-Bahn-Netz rollte an manchen Streiktagen nicht einmal ein Drittel der sonst eingesetzten Züge.

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