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Minister: Gewalt im Jugendstrafvollzug eindämmen

Minister: Gewalt im Jugendstrafvollzug eindämmen

Übergriffe unter Jugendlichen in Gefängnissen sollen künftig eher erkannt und verhindert werden. „Das Personal wurde sensibilisiert, genauer hinzuschauen“, sagte Sachsens Justizminister Jürgen Martens (FDP) am Freitag bei der Präsentation des ersten Lageberichtes zum Jugendstrafvollzug in Sachsen.

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Quelle: Volkmar Heinz

Dresden. In Fragebögen halten Bedienstete jetzt ihre Beobachtungen fest, um Missbrauchsfälle frühzeitig zu erkennen. „Wenn ein Gefangener sehr verschüchtert ist oder nie über eigenes Geld verfügt, sind das erste Anzeichen“, erklärte Martens.

Zudem wurde das Personal im Jugendgefängnis Regis-Breitingen um zwölf Beamte sowie eine Amtsärztin verstärkt. Damit sollen Vorfälle wie 2008 verhindert werden, als Mitgefangene einen Häftling schwer misshandelten. Martens zieht eine positive Bilanz der Maßnahmen: „Die Neigung der Gefangenen, Konflikte mit Gewalt zu lösen, ist zurückgegangen.“ Dennoch wurden im ersten Quartal 2010 fünf Anzeigen wegen Gewaltanwendung unter Häftlingen erstattet, 2009 waren es 15.

Auch Angebote wie betreute Wohngruppen, Sucht- und Verhaltenstherapien sowie Schul- und Arbeitsangebote sollen den jugendlichen Straftätern helfen, den Weg zurück in die Gesellschaft zu finden. Rund 70 Prozent der Inhaftierten haben keinen Schulabschluss, viele sind praktisch Analphabeten. In Regis- Breitingen nehmen derzeit 32 Gefangene an Hauptschulkursen teil, 12 besuchen einen Realschulkurs. In Chemnitz absolvieren sechs Gefangene einen Hauptschulkurs.

Derzeit sind nach Ministeriumsangaben 367 Gefangene im sächsischen Jugendstrafvollzug untergebracht, davon sitzen 35 weibliche Häftlinge im Chemnitzer Frauengefängnis, 307 Männer in Regis-Breitingen. Die übrigen Jugendlichen befinden sich im offenen Vollzug. Unter den Männern stellt die Körperverletzung mit rund 40 Prozent das häufigste Delikt dar, gefolgt von Diebstahl (17,5 Prozent) und Raub oder Erpressung (14,3 Prozent).

dpa

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