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Ministerin bei Besuch in Zeltstadt: Lebensumstände sind "einfach, sehr einfach"

Asylunterkunft in Dresden Ministerin bei Besuch in Zeltstadt: Lebensumstände sind "einfach, sehr einfach"

Besuch im Dresdner Zeltlager: Landtagsabgeordnete aus Sachsen besuchten am Samstag die Notunterkunft und sparten nicht mit Kritik an den Zuständen. Ein Punkt: Die Größe der Essensportionen.

Mitarbeiter des Roten Kreuzes bereiten in der Zeltstadt in Dresden die Essensausgabe vor.

Quelle: dpa

Dresden. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Eva Jähnigen sieht im Dresdner Zeltlager für Flüchtlinge trotz leichter Verbesserung der bescheidenen Lebensumstände weiterhin Probleme. Nach einem Besuch mit Kollegen der anderen Parlamentsfraktionen mahnte sie vor allem eine bessere Gesundheitsversorgung und Ernährung der Menschen an.

„Die gesundheitliche Versorgung darf nicht allein auf ehrenamtlichem Engagement fußen“, sagte sie am Samstag. Essensportionen seien zu klein, vor allem für Schwangere, Stillende und Heranwachsende. „Hier muss schnell Abhilfe geschaffen werden.“ Auch das Mutter-Kind-Zelt reiche nicht aus, Familien mit Kleinkindern und Schwangere müssten schnell in feste Quartiere umziehen.

Zeltlager sind nach Ansicht von Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) keine geeignete Form der Flüchtlingsunterkunft. Die Asylsuchenden, darunter viele Familien und Kinder, in Zelten unterzubringen, „kann und darf kein Dauerzustand sein“, sagte die Ministerin am Samstag nach dem Besuch in der Dresdner Zeltstadt für Flüchtlinge. Die Wohn- und Lebensumstände für die seit einer Woche dort lebenden rund 1000 Menschen bezeichnete die SPD-Politikerin als „einfach, sehr einfach“. Sie dankte allen Mitarbeitern von DRK und THW sowie anderen Helfern, die sich dort engagierten. Zugleich versprach Köpping, den Alltag in dem Zeltlager zu verbessern und freundlicher zu gestalten.

Nach dem Besucher der Politiker eskalierte ein Konflikt zwischen Syrern und Afghanen in der Zeltstadt. Rund 100 Bewohner lieferten sich eine Schlägerei.

Seit einer Woche leben rund 1000 Flüchtlinge in der Landeshauptstadt in einem Zeltlager, weil derzeit kaum andere Unterkünfte zur Verfügung stehen. Am Freitag wurden noch zwei Sporthallen an der Technischen Universität Dresden zu zeitweiligen Notquartieren hergerichtet. Sie sollen weitere 600 Asylbewerber aufnehmen, die voraussichtlich von Sonntag an eintreffen.

Die Grüne Jugend Sachsen hat mehr Polizeischutz für Asylbewerberunterkünfte und eine konsequentere Strafverfolgung bei Übergriffen gefordert. „Es ist unsere humanitäre Pflicht, den Geflüchteten den bestmöglichen Schutz vor Übergriffen zu bieten“, sagte Landessprecherin Alessa Wochner in Dresden. Die Radikalisierung von Teilen der Bevölkerung und alltägliche rechtsextremistische Gewaltverbrechen seien erschreckend. Wochner mahnte daher die Regierung zum Handeln, „statt Hass und Gewalt zu bagatellisieren“. „Asylsuchende dürfen nicht weiter terrorisiert werden!“

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Dresdner Zeltstadt
Die Studentin Anne Siebert arbeitet in ihren Semesterferien als Logistikerin im Zeltlager für Asylbewerber in Dresden.

Das Dresdner Zeltlager für Flüchtlinge hat für negative Schlagzeilen gesorgt. In einem Punkt sind sich aber selbst die Kritiker einig: Ohne die vielen Helfer wäre die Lage noch viel bedrückender.

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