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Ministerin will Flüchtlingshilfe im Studium anrechnen lassen

Eva-Maria Stange im Interview Ministerin will Flüchtlingshilfe im Studium anrechnen lassen

Hunderte Studenten haben in Sachsen mitgeholfen, den Flüchtlingsansturm zu bewältigen. Ihr Engagement könnte als Praktika oder mit Credit Points im Zusammenhang mit ihrem Studium anerkannt werden. Das stellt Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) in Aussicht. Darüber spricht sie im Interview mit der LVZ.

Flüchtlingshilfe sollte im Studium anerkannt werden, findet Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Leipzig/Dresden. Hunderte Studenten haben in Sachsen mitgeholfen, den Flüchtlingsansturm zu bewältigen. Ihr Engagement könnte als Praktika oder mit Credit Points im Zusammenhang mit ihrem Studium anerkannt werden. Das stellt Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) in Aussicht. Darüber spricht sie im Interview mit der LVZ.

Hat Sie die Hilfsbereitschaft der Studenten überrascht?

Überrascht hat sie nicht, weil ich weiß, wie international und weltoffen die Mitarbeiter und Studierenden an den Hochschulen sind. Aber ich bin sehr stolz, dass sich hunderte Studierende so schnell registrieren ließen und im Schichtsystem die ersten oft chaotischen Tage in den Hochschulsporthallen überstehen halfen und auch heute noch mit dem Personal der Hilfsorganisationen für halbwegs geordnete Umstände sorgen. Ich bin angetan davon, wie kreativ sie entsprechend ihrer Qualifikation ihre Hilfe bei unentgeltlichen ersten Sprachkursen oder psychologischer, medizinischer und kultureller Betreuung organisieren und durchführen. Dafür gilt ihnen unser herzlicher Dank.

Als Dank gibt es eine große Party mit Live-Musik und Grillen?

Ja, außerdem setze ich mich dafür ein, dass dieses Engagement anerkannt wird. Ich ermutige die Hochschulen, den Einsatz der Studierenden als Praktikum oder mit Credit Points auch offiziell anzuerkennen, denn viele Studierende haben für die Flüchtlingshilfe ihre Jobs eingeschränkt und müssen damit Nachteile in Kauf nehmen.

Glauben Sie, dass die Hilfe weiter in diesem Maße notwendig ist und können das die Studenten überhaupt auf Dauer leisten?

Ich bin mir sicher, dass wir das ehrenamtliche Engagement der Studierenden und vieler anderer Menschen noch lange brauchen werden. Es suchen weiterhin viele tausende Menschen Schutz bei uns und die regulären Strukturen für Aufnahme, Registrierung und Integration sind noch immer im Entstehen. Und selbst wenn einmal alle Förderprogramme funktionieren, alle nötigen Sprach- und Integrationskurse professionell angelaufen sind, wird weiter ehrenamtliche Hilfe nötig sein. Denn gerade die ehrenamtliche, freiwillige Hilfsbereitschaft zeigt: Ihr seid bei uns willkommen, wir helfen euch – eine Grundvoraussetzung für eine gelingende Integration.

Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte, Pegida-Aufmärsche – wie groß ist mittlerweile der Imageschaden für den Wissenschaftsstandort Sachsen?

Er ist enorm. Eine lautstarke und fremdenfeindliche Minderheit, die ein schreckliches und vor allem ein völlig falsches Bild von Dresden und Sachsen in die Welt trägt. Ich bin sehr beunruhigt über die Demonstrationen. Es geht so viel Hass von ihnen aus gegenüber Ausländern, Andersdenkenden, Medien und Politikern. Es sind Grenzen und Hemmschwellen überschritten worden, dass Menschen die anders denken oder aussehen, angepöbelt und angegriffen werden. In Sachsen wirkende internationale Wissenschaftler oder Künstler werden mit abstoßenden Mails oder Facebook-Einträgen attackiert. Das verängstigt und es schreckt Fachleute ab, die eigentlich gern nach Dresden kommen würden, um hier zu forschen, zu lehren oder ihre Kunst auszuüben.

Interview: Andreas Dunte

Das Wissenschaftsministerium lädt die ehrenamtlichen studentischen Helfer am Sonnabend ab 18 Uhr zur Party mit Live-Musik ins Kleine Haus des Staatsschauspiels Dresden.

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