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Ministerpräsident Tillich rügt Quotenjagd der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender

Ministerpräsident Tillich rügt Quotenjagd der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat die Quotenjagd der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten kritisiert. "Bei den öffentlich-rechtlichen Programmen sehe ich die Verantwortung vor allem darin, nicht per se Quote zu machen", sagte Tillich in einem Interview mit der LVZ aus Anlass des Medientreffpunkts Mitteldeutschland, der ab Montag für drei Tage Medien-Experten nach Leipzig einlädt.

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Quelle: dpa

Leipzig. Nicht zum Programmauftrag gehören für ihn "Quizshows, die wie Kopien der Privaten anmuten". Das sei dann nicht mehr als nachgemacht, sagte der Ministerpräsident, der für Sachsen seit April die Medienpolitik der unionsgeführten Bundesländer koordiniert. Wenn selbst Trends gesetzt würden wie bei ,Wetten, dass...?‘ sei das was anderes. "Aber es sollte nicht den Quoten hinterhergelaufen werden." Der Länderchef verwies in dem Zusammenhang auf die bei ARD und ZDF bestehende "Chance, Formate auszuprobieren und sich durch Qualität und Inhalte am Markt zu positionieren. Das ist auch ein Auftrag".

Tillich, der für den ausgeschiedenen Hessen Roland Koch seit kurzem auch im ZDF-Verwaltungsrat sitzt, äußerte sich zudem kritisch zum Kauf der Championsleague-Rechte durch die Mainzer. Es gebe den nicht unberechtigten Vorwurf, dass die Öffentlich-Rechtlichen für die Privaten die Preise setzen. "Man befindet sich aber in einem nicht ganz fairen Wettbewerb. Die eine Seite hat eine relativ stabile Einnahmeseite, während die Privaten ihre Bewerbung genau durchkalkulieren müssen." Der Mehrwert für den Zuschauer sei gering. "Er konnte die Spiele bisher und kann sie auch in Zukunft im frei empfangbaren Fernsehen anschauen. Er bezahle sie aber jetzt mit seinen Gebührengeldern. Da müssen in den zuständigen Gremien wie dem ZDF-Verwaltungsrat schon entsprechende Fragen gestellt werden", sagte Tillich.

André Böhmer

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