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Míssbrauchsskandal erreicht Sachsen - Kloster Wechselburg entbindet Mönche von Aufgaben

Míssbrauchsskandal erreicht Sachsen - Kloster Wechselburg entbindet Mönche von Aufgaben

Der Missbrauchsskandal im bayerischen Benediktinerkloster Ettal hat auch in Sachsen zu personellen Konsequenzen geführt. Der Ettaler Abt Barnabas Bögle hat bereits am 24. Februar drei Patres des sächsischen Klosters Wechselburg (Landkreis Mittelsachsen)  von ihren Aufgaben entbunden.

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Der Missbrauchsskandal im bayerischen Benediktinerkloster Ettal hat auch in Sachsen zu personellen Konsequenzen geführt. Der Ettaler Abt Barnabas Bögle hat bereits am 24. Februar drei Patres des sächsischen Klosters Wechselburg suspendiert.

Quelle: Volkmar Heinz

Wechselburg/Rodgau. Das teilte das Bistum Dresden-Meißen am Dienstag mit. Bögle war anschließend selbst von seinem Amt zurückgetreten.

Gegen die drei Ordensmänner lägen Missbrauchsvorwürfe aus ihrer früheren Tätigkeit an Schule und Internat in Ettal vor. Aus Sachsen seien bisher keine Verdachtsmomente bekannt.

Das Kloster Wechselburg wurde 1993 von den Ettaler Benediktinern wiederbegründet. Die in Sachsen tätigen Patres wechselten aus ihrem bayerischen Mutterkloster nach Ostdeutschland.

„Ich bin von den Vorwürfen gegen die drei Wechselburger Benediktiner sehr betroffen. Die Anschuldigungen gegen diese Ordensmänner waren mir bis zum 24. Februar 2010 nicht bekannt“, sagte der Joachim Reinelt, Bischof des Bistums Dresden-Meißen.

Die suspendierten Patres waren in den Jahren 1990, 1993 und 2005 ins Bistum Dresden-Meißen gekommen. Sie seien in der Pfarrseelsorge in Bautzen, Wechselburg und Flöha, in der Wallfahrtsseelsorge sowie als Leiter der Jugend- und Familienbildungsstätte des Klosters Wechselburg eingesetzt gewesen, so das Bistum.

Der Verein ehemaliger Heimkinder in Rodgau geht davon aus, dass viel mehr Kinder und Jugendliche in katholischen Einrichtungen sexuell missbraucht worden sind als bislang angenommen. Rund 70 Prozent der 450 Mitglieder wurden nach Einschätzung der Vereinsvorsitzenden Monika Tschapek-Güntner in der Kindheit und Jugend in Heimen missbraucht. Tschapek-Güntner bestätigte damit am Dienstag einen Bericht der „Berliner Zeitung“. Der Missbrauch reiche bis zur Vergewaltigung. Der Großteil ihrer Vereinsmitglieder - rund 80 Prozent - sei in katholischen Heimen aufgewachsen.

Seit Bekanntwerden des Missbrauchsskandals an Jesuitenschulen meldeten sich jeden Tag zahlreiche Opfer bei ihr. „Leute rufen an und sagen: „Mir ist das auch passiert““, sagte Tschapek-Güntner. „Die Menschen halten es nicht mehr aus und müssen reden.“ Sie warf der Katholischen Kirche „Falschheit“ vor. Zwar wolle die Kirche den Eindruck erwecken, die Missbrauchsfälle aufklären zu wollen, jahrelang habe sie Opfer aber unter Druck gesetzt oder mit Geld zum Schweigen gebracht. „Da wird die Decke der Verschwiegenheit ausgebreitet. Das ist grausam und das halten wir kaum aus.“

Der Verein ehemaliger Heimkinder (VEH) mit Sitz im hessischen Rodgau kümmert sich vor allem um Menschen, die als Kinder in Heimen Opfer von Gewalt oder sexuellem Missbrauch geworden sind. Für diese fordert der VEH seit Jahren eine Entschädigung. Die nach Vereinsschätzungen deutschlandweit rund 500 000 Betroffenen sollen eine Entschädigung von jeweils 50 000 Euro erhalten - insgesamt 25 Milliarden Euro.

mro/dpa

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