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Mit Pauken und Trompeten für Toleranz

Mit Pauken und Trompeten für Toleranz

Der gute Ton macht die Musik, ein guter Umgangston kann Zwist vermeiden helfen. In Sachsen versucht die Polizei auf ganz harmonische Weise, Kinder und Jugendliche zu Toleranz zu erziehen - mit Blasmusik.

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Ein Polizist spielt im Plenarsaal des Sächsischen Landtags vor Kindern auf der E-Gitarre. Das sächsische Polizeiorchester will mit Programmen für Kinder weiter Erziehungsarbeit leisten.

Quelle: dpa

Dresden. Denn das Polizeiorchester des Freistaats fühlt sich auch der Präventionsarbeit verpflichtet. Bei einem seiner Kinderprogramme erscheint das Ensemble als Sinnbild für ein friedliches Zusammenspiel. „Da gibt es laute Instrumente und leise, große und kleine. Eines will sich mit seiner Lautstärke ganz besonders hervortun. So zeigen wir ein Beispiel für Intoleranz in der Gesellschaft“, sagt Dirigent Torsten Petzold.   

Doch dann erfahren die Kinder, dass auch Andersartigkeit zusammenpassen kann - wenn einer dem anderen zuhört und sich auch mal unterordnet. Gleiches gilt für die Akzeptanz anderer. Die Polizei- Musiker demonstrieren das mit einer E-Gitarre, die auf den ersten Blick nicht in ein Blasorchester zu passen scheint. Schließlich wird die Gitarre aber von Posaune, Tuba und Trompete hörbar akzeptiert. „Mit musikalischen Mitteln werden spielerisch Konflikte unserer Gesellschaft thematisiert“, sagt der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU). Mit diesem Programm treffe das Polizeiorchester den Nerv von Kindern und Jugendlichen.

Das Ensemble mit derzeit 33 Stellen wird als sinfonisches Blasorchester geführt. Alle Musiker sind Profis. Zu Holz- und Blechbläsern kommen Schlagwerk und Rhythmusgruppe mit Gitarre, Bass und Keyboard. Das Repertoire reicht von Kirchenmusik über Folklore bis zu Klassik und Pop. Auf Tour sind die Musiker mit Dienstgraden wie Polizeihaupt- und -obermeister anspruchslos. Eine ebene Bühne mit mindestens 9 mal 8 Metern, 33 Stühle ohne Armlehne und ein elektrischer Anschluss für die Beschallungsanlage werden als Bedingungen für ein Konzert genannt.   

„Wir spielen 130 bis 140 Konzerte pro Jahr“, sagt Petzold. Hinzu kommen Proben oder auch CD-Aufnahmen. Neuerdings spielt eine japanische Hornistin mit. Sie macht als Angestellte Musik. Auch Petzold ist kein Polizist, hat aber bei den Musikern trotzdem uneingeschränkt das Sagen. Offiziell gehört das Orchester zur Landespolizeidirektion Zentrale Dienste. Während die Kollegen vom Polizeimusikkorps Saarland mindestens die Hälfte ihrer Dienstzeit polizeilich arbeiten müssen, können sich die Sachsen ganz auf die Noten konzentrieren. Für Petzold liegt aber nicht darin die Besonderheit: „Die Präventionsarbeit ist bundesweit einmalig.“   

Ob die uniformierten Musiker auch künftig in voller Stärke auftrumpfen können, steht momentan in den Sternen. Sachsens Polizei muss sparen - wie alle anderen Ressorts. Nur wenige Bereiche dürften vom Sparkonzert ausgenommen bleiben. Seit Gründung des Ensembles 1991 hat das Polizeiorchester fast die Hälfte der Stellen abbauen müssen. Damals waren es noch 59. Petzold geht davon aus, dass die „Chefs“ hinter dem Orchester stehen. „Ein Orchester braucht eine gewisse Stärke. Man kann auch nicht mit drei Reifen Auto fahren“, sagt der Dirigent. Dass es erstmals seit 18 Jahren jetzt wieder Nachbesetzungen gab, empfindet Petzold als ermutigendes Zeichen.

Jörg Schurig, dpa

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