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Mit dem Frühling kommen die Zecken

Tipps gegen Zecken Mit dem Frühling kommen die Zecken

Sie lauern im Gras oder in Büschen und beißen zu. Doch eine Expertin rät von Panik ab, denn Zecke ist nicht gleich Zecke.

Von allen Blutsaugern in der Natur saugen Zecken am längsten.
 

Quelle: dpa

Leipzig/Braunschweig. Der Frühling ist da und mit den steigenden Temperaturen werden auch Zecken mobil. Mit ihren Stichen können sie die Erreger gefährlicher Krankheiten wie die Lyme-Borreliose übertragen. Die Expertin Dania Richter von der Technischen Universität Braunschweig rät jedoch von Panik ab.

„Zecke ist nicht gleich Zecke, gesundheitliche Folgen für den Menschen in Deutschland kann [nur] der Biss des Gemeinen Holzbocks haben.“

Wissenschaftler der Universität Hohenheim stellten April 2017 fest, dass auch die  Auwaldzecke FSME übertragen kann.

Mit dem Stich könnten die Erreger der Borreliose übertragen werden, die unbehandelt zu Gelenk,- Herzmuskel und Nervenentzündungen führen können.

„Außerdem reagiert jeder Mensch anders“, sagt die Biologin. Bei einigen führe ein Kontakt mit einer infizierten Zecke zur Krankheit, bei anderen hat er so gut wie keine Folgen. Ausschlaggebend sei besonders, wie lange die Tiere Blut saugen, denn Lyme-Borrelien werden nicht sofort übertragen.  „Von allen Blutsaugern saufen Zecken am längsten“, sagt die Expertin. Ein Mückenstich dauere in der Regel wenige Sekunden, eine Zecke könne sich im schlimmsten Falle bis zu 14 Tage lang festkrallen.

Zecken lauern fast überall

Von den weltweit rund 800 Zeckenarten sind in unserer Region die Auwaldzecke, der Gemeine Holzbock und die Braune Hundezecke am häufigsten vertreten, die bei Temperaturen über sieben Grad und eine Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent aktiv werden, gibt es jedoch auch in der Nähe.  „Die Tiere lauern nicht nur auf bodennahen Pflanzen wie hohem Gras, Farnen, Kräutern und Strauchwerk im Park oder im Wald, sondern auch in privaten Gärten.“ erklärte das Gesundheitsministerium.

Zecken im hohen Gras.

Zecken sind schon bei einer Temperatur von sieben Grad aktiv.

Quelle: Patrick Pleul/dpa

Warum sind Zeckenbisse so gefährlich?

Der Stich einer Zecke ist nicht nur unangenehm für Menschen und Hunde, sondern kann ernstzunehmende Erkrankungen zur Folge haben. Beim Saugvorgang der Zecke werden nur die nahrhaften Bestandteile des Blutes durch die Parasiten aufgenommen, nicht brauchbare Flüssigkeit gelangt zurück in das Blut des Wirts. Durch diesen Prozess können Zecken die Erreger der Erkrankungen Borreliose, Anaplasmose, Babesiose und FSME, der sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis, übertragen.

Schützen Sie sich vor Zecken

Das Risiko eines Zeckenbefalls lasse sich mit viel Haut bedeckender Kleidung und festem Schuhwerk verringern. Hilfreich sei auch angemessene Bekleidung. Zum Beispiel festes Schuhwerk und das Ziehen der Strümpfe über die Hosenbeine. Zecken lauerten ihren Wirten oft an Wegesrändern, im Gras oder in Büschen auf.  “Sie fallen nicht von den Bäumen“, sagte die Wissenschaftlerin.

Wer in der Natur unterwegs ist, sollte sich beispielsweise mit einem Spray schützen. Stiftung Warentest hat in der "test" Ausgabe von 05/2017 einige Mittel getestet. Am besten schnitt das Kombiprodukt "Forte" von Anti Brumm ( Anzeige: Anti Brumm kaufen) ab. Die Haut von sechs Probanden wurden mit dem Mittel eingerieben und insgesamt 216 Zecken darauf gesetzt. Ein Exemplar betrat die behandelte Hautfläche, ließ sich aber fallen und biss nicht zu.

Vergleichbar gut schnitten "Protection Plus" von Autan und "Zeckito" von Rossmann ab.

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Vor allem nach Spaziergängen und Wanderungen durch Wald und Flur sollten insbesondere Kniekehlen, Achseln, Nacken, Kopf nach Zecken abgesucht und die Tierchen möglichst schnell entfernt werden. Das müsse sehr sorgfältig geschehen, denn die Zecken seien nicht leicht auszumachen.  “Manche sind kleiner als der kleinste Leberfleck.“ (Dania Richter)

So schützen Sie ihren Hund

Um ihr Tier zu schützen, sollten Hundehalter auf einen wirksamen Zeckenschutz achten. Beim Tierarzt sind verschiedene sogenannte Repellentien erhältlich, die meist als Spot-on-Präparate in flüssiger Form zwischen die Schulterblätter der Hunde geträufelt werden. Auch Halsbänder sind mittlerweile erhältlich. Die Zecken werden durch diese Mittel präventiv bekämpft. Hundebesitzer sollten nach Anwendung von Anti-Zecken-Mitteln bei ihren Tieren beobachten, ob sie das Mittel auch vertragen. Falls Rötungen oder gar Entzündungen der Haut auftreten, sollte auf ein anderes Präparat ausgewichen werden. In diesem Fall ist eine Beratung durch einen Tierarzt unabdingbar. Vom Einsatz von Hausmitteln wie Knoblauch ist abzuraten, da eine Wirksamkeit nicht bestätigt werden konnte und Knoblauch in großen Mengen für Hunde sogar giftig ist. Futterzusätze helfen also nicht gegen den Befall mit Zecken.

Zecke im Hundefell

Zecken können auf Hunde Frühsommer-Meningoenzephalitis und Anaplasmose übertragen. Eine solche Erkrankung kann tödlich ausgehen.

Quelle: Franz-Peter Tschauner

Hilfreich ist es dagegen, den Hund nach jedem Spaziergang gründlich abzusuchen und mit einer Hundebürste zu kämmen. Sollte sich eine Zecke doch einmal festsaugen, kann diese mit einer Zeckenzange durch eine leichte Drehbewegung entfernt werden. Wichtig ist, die Zecke vollständig und so bald wie möglich zu entfernen. So reduziert sich das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern, erklärt die Tierärztin Stefanie Schmidt.

Tipps zum Entfernen einer Zecke

  • Zecke mit Pinzette, Zeckenzange-, -karte oder -lasso, nah an der Haut fassen
  • Unter leichten Lockerungsbewegungen (Wackeln nach links und rechts) herausziehen
  • Zecke möglichst senkrecht zur Haut ziehen

Eine Drehung oder gar eine Drehrichtung ist dabei nicht erforderlich.

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  • Stichstelle begutachten (Wurde Zecke vollständig entfernt?)

Kleinere Teile – zumeist das Mundwerkzeug der Zecke – verbleiben häufig in der Wunde zurück und werden später problemlos abgestoßen.

  • Stichstelle mit Alkohol oder jodhaltige Salbe desinfizieren

Wer eine Zecke bei sich bemerkt, sollte sie nicht mit Öl, Klebstoff oder Nagellack bedecken - auch wenn das manchmal empfohlen wird.

Dadurch könnten mögliche Krankheitserreger vermehrt oder schneller übertragen werden, warnt der Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz.

Zecken-Risiko-Gebiete

Der Landkreis Greiz, der im Westen an das Altenburger Land grenzt, gehört seit 2015 zu den 146 Landkreisen in Deutschland, die als Risikogebiet für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gelten. Bereits ein Jahr länger zählt der Vogtlandkreis zu den vom Robert-Koch-Institut (RKI) Berlin eingestuften.

Ist eine Zeckenimpfung sinnvoll?

„Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, aber ein Antibiotikum zur Behandlung“, so die Expertin Dania Richter. Neben der Borreliose könnten die Zecken in bestimmten Regionen Deutschlands auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis(FSME) übertragen.

Eine Impfung gegen FSME ist möglich und wird für Menschen empfohlen, die in einem Risikogebiet wohnen, Urlaub machen oder in Land- und Forstwirtschaft arbeiten. Sie biete aber keinen Schutz gegen weitere, von Zecken übertragene Krankheitserreger. In diesem Fall hilft nur das Vermeiden von Zeckenbissen.

Welche Krankheiten werden durch Zecken übertragen?

FSME

Die häufig tödliche Frühsommer-Meningoenzephalitis wird durch Viren übertragen. Meistens zeigt sich das an neurologischen Symptomen wie Apathie, Gangstörungen, Krampfanfällen sowie hohem Fieber.

Borreliose

Die bakterielle Infektion mit Borrelien verläuft chronisch und ist bei Hunden manchmal schwer zu diagnostizieren. Gelenkbeschwerden, Schmerzen in der Muskulatur, Sehnen und Knochen sowie Lähmungen deuten auf eine Erkrankung hin.

Anaplasmose

Unbehandelt geht diese Infektion tödlich aus. Heikel ist, dass sich die Erkrankung nur durch unspezifische Symptome wie hohes Fieber, Erbrechen, Durchfall und Apathie äußert.

Ehrlichiose

Das Krankheitsbild beim Menschen wird als Humane Monozytäre Ehrlichiose (HME) bezeichnet, bei Tieren wird sie Canine Ehrlichiose genannt. Erkrankte Hunde leiden unter Fieber und Erbrechen. Akute Fieberschübe sind auch beim Menschen ein typischen Krankheitsbild der Infektion.

Infiziert sich ein Hund durch Zecken mit Ehrlichien, kann das ebenfalls lebensgefährlich sein, wenn es nicht behandelt wird.

Babesiose

Die auch Hundemalaria genannte Krankheit wird durch Einzeller, den Babesien, hervorgerufen. Sie zerstört die roten Blutkörperchen und kann Vierbeiner das Leben kosten. 

Krankheitsfälle in Sachsen

Laut Gesundheitsministerium in Dresden gab es im Jahr 2016 in Sachsen 2119 Fälle von Lyme-Borreliose, im Jahr davor waren es 1339. Bis zum März 2017 waren 61 Erkrankungen bekannt. Der Spitzenwert stammt aus dem Jahr 2006 mit mehr als 2200 Fällen.

Von LVZ

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