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Mitteldeutsche Firmen werben gemeinsam für Schmackhaftes aus der Region

Mitteldeutsche Firmen werben gemeinsam für Schmackhaftes aus der Region

Mehr regionale Produkte in den Regalen und auf den Tischen der Region: Dies ist verknappt das Ziel der ersten Mitteldeutschen Warenbörse. Etwa 160 Unternehmen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen präsentierten am Mittwoch ihre Produkte im Globana Trade Center in Schkeuditz (Kreis Nordsachsen) vor Vertretern von Handel, Gastronomie und Großküchen.

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Regionale Lebensmittel sind gefragter denn je.

Quelle: Uwe Zucchi

Schkeuditz. Das Geschäft läuft gut, sagt Florian Neumann. Die seit 1828 in Neudietendorf hergestellten Spirituosen von Aromatique verkaufen sich gut, so der Vertriebsleiter der Spirituosenfabrik aus Thüringen. "Sogar in Israel, Norwegen und seit Kurzen in den USA fragt man uns nach. Natürlich wünschen wir uns noch mehr Absatz." Aus diesem Grund stellt das Unternehmen mit seinen aktuell 20 Mitarbeitern den Gewürzkräuterlikör Aro und andere Liköre auf der Mitteldeutschen Warenbörse aus. "Ich bin in jüngster Vergangenheit von mehreren Kunden angesprochen worden, warum es unsere Kräuterliköre nicht auch beim Leipziger Konsum zu kaufen gibt. Mal sehen, ob sich da was machen lässt."

Neben den Handelsketten nimmt Wolfgang Eckleben vor allem die Gastronomen und Hoteliers ins Visier. Der Vertriebschef der Dresdner Spezialbäckerei Dr. Quendt hat es nicht so gern, wenn in heimischen Hotels als Betthupferl Gummibärchen offeriert werden. "Der Gast freut sich sicher auch über etwas Regionales vor dem Zubettgehen", sagt er und hält einzeln verpackte Herzen aus Russischbrot und Dinkelchen in der Hand. Die Messe kommt aus Sicht des Traditionsherstellers von Christstollen, Oblaten und Dominosteinen "zur rechten Zeit. Wir beobachten einen starken Trend hin zu regionalen Produkten."

Das ist auch der Eindruck von Sachsens Landwirtschaftsminister Frank Kupfer (CDU). "Immer mehr Firmen profitieren vom Trend zur Regionalität", erklärt der Politiker. Deshalb hat der Freistaat gemeinsam mit seinen Nachbarn Thüringen und Sachsen-Anhalt rund 100 000 Euro für das Zustandekommen der Schau springen lassen. Das sei gut angelegtes Geld, so Kupfer. Seit dem Jahr 1991 habe sich die Zahl der Beschäftigten in der sächsischen Ernährungswirtschaft vervierfacht. Laut den Angaben des Landes erwirtschaften in den drei mitteldeutschen Ländern 740 Unternehmen der Branche mit mehr als 60 000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 19 Milliarden Euro.

"In Zeiten der Globalisierung fragt der Verbraucher zunehmend nach regionalen Erzeugnissen, die für Frische, Qualität und Geschmack stehen", sagte Thüringens Agrarminister Jürgen Reinholz (CDU). Die Ernährungsbranche liege in Thüringen gleichauf mit dem Automobilbau. "Umso bedauerlicher, dass sie nicht im Wirtschaftsatlas des Landes auftaucht", kritisierte Reinholz seinen Ministerkollegen, den SPD-Mann Matthias Machnig. Von der Messe erhofft sich Reinholz mehr regionale Produkte in Kantinen, Gaststätten und der Schulspeisung.

Noch immer spielt der Handel eine entscheidende Rolle, ob heimische Produkte Fuß fassen können, gibt Hans-Jürgen Schulz aus dem Agrarministerium in Magdeburg zu bedenken. Sachsen-Anhalt habe eine "Menge Originale", viele seien aber nicht in allen Ketten zu finden. Der Handel setze stark auf seine Eigenmarken. "Es schadet deshalb nicht", so Schulz, "wenn Kunden im Geschäft nach regionalen Produkten fragen." Geht es nach ihm, könnte die Warenbörse auch eine Publikumsbörse werden. Nicht jeder in Sachsen kenne die Produkte des Nachbarlandes und umgekehrt. Auch Minister Kupfer zeigt sich offen gegenüber der Idee, die Schau um einen Publikumstag zu verlängern.

Die Messe komme auf keinen Fall zu spät, meint Clemens Ritter von Kempski. Der Geschäftsführer des Hotels Schindelbruch im sachsen-anhaltischen Stolberg setze konsequent auf Produkte aus der Region. "Es gibt so vieles noch zu entdecken - für mich und sicher auch für andere Endkunden." Für einen Publikumstag spricht deshalb auch aus seiner Sicht einiges.

Auffällig ist, dass die Firmen bei ihrem Messeauftritt weniger von "Ost-Herkunft" als von Regionalität und Qualität sprechen. So auch Beate Lehmann, Chefin der Leipziger Käserei Lehmann. "Der Kunde schätzt Qualität und Frische, nur deshalb kauft er unsere Produkte." Auf der Börse könne man neben eigenen Käsesorten wie "Der Blaue" auch das zweite Standbein des Unternehmens präsentieren: Immerhin führe die vom Bruder geleitete Käse Lehmann Handels GmbH ein Sortiment von über 300 regionalen Artikeln aus dem Käse- und Feinkostbereich - Käse aus Sangerhausen, Heinrichsthal, Greußen, Chursdorf, Falkenhain.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.11.2013

Andreas Dunte

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