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Mittelstand fordert digitale Offensive auf dem Land

Wirtschaft in Sachsen Mittelstand fordert digitale Offensive auf dem Land

Mit einer Digitalisierungsstrategie will Sachsen zum Industrieland der Zukunft werden. Der Mittelstand fordert dabei eine Abkehr von der Leuchtturmpolitik Sachsens im ländliche Raum. Auch Sachsens Schulen hätten bei der Vermittlung digitaler Kompetenzen versagt.

Mit einer Digitalisierungsstrategie will Sachsen zum Industrieland der Zukunft werden. (Symbolfoto)

Quelle: dpa

Dresden. Zur Stärkung der Wirtschaft im ländlichen Raum fordert der Mittelstand eine Abkehr von der Leuchtturmpolitik in Sachsen und eine bessere Breitbandanbindung. Eine weitere Konzentration der Förderung auf die Ballungsräume hätte eine „enorme Entwertung von volkswirtschaftlichen und privaten Investitionen“ zur Folge, warnte der Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) am Montag in Dresden.

„Der entscheidende Punkt wird sein, ob die ganzen Investitionen für die Entwicklung des ländlichen Raumes im Rahmen des Aufbau-Ost für die Katz waren oder nicht“, sagte Antje Hermenau vom BVMW-Landeswirtschaftssenat Sachsen. Eine im vergangenen Jahr vorgestellte Studie hatte vielen ländlichen Regionen aufgrund von Abwanderung und demografischer Entwicklung ein „Ausbluten“ vorausgesagt.

Breitbandversorgung gegen Abwanderung

Eine Voraussetzung für eine Abmilderung der Abwanderung in die Schwarmstädte sei der Ausbau der Breitbandversorgung. Die Pläne der Staatsregierung seien angesichts der technischen Entwicklung aber bereits überholt. Wolle man das in den Landkreisen vorhandene „erhebliche wirtschaftliche Potenzial“ halten, „geht es gar nicht anders, als die Digitalisierung dramatisch zu beschleunigen“, sagte Hermenau.

Der dafür zuständige Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Stefan Brangs (SPD), warnte vor Schwarzmalerei. Man müsse aufpassen, dass nicht „die wenigen, die vielleicht noch überlegen, im ländlichen Raum aktiv zu werden mit einer Investition, dass die sich dann vielleicht abgestoßen fühlen von so einem Mainstream des Schlechtredens.“

Noch nicht da, wo man hin will

Er räumte ein, selbst mit dem Ausbaustand unzufrieden zu sein. „Wir sind noch nicht da, wo wir eigentlich hinwollen“, sagte Brangs. Zugleich verwies er darauf, dass der Breitbandausbau durch die im vergangenen Jahr neu aufgestellte Förderung deutlich schneller gehe. „Im letzten Jahr konnten über die Richtlinien Digitale Offensive Sachsen 15 Ausbauprojekte mit 125 beteiligten Kommunen bewilligt werden.“ Dahinter stünden Gesamtinvestitionen in Höhe von circa 361 Millionen Euro.

Zudem fördere die Staatsregierung gezielt kleine und mittelständische Unternehmen mit Beratungsleistungen rund um Digitalisierung und Cybersicherheit. Durch die Steigerung der digitalen Innovationskraft könnten ein Mehrwert erwirtschaftet und mehr Arbeitsplätze geschaffen werden.

Dringender Handlungsbedarf an Sachsens Schulen

In einer Brangs am Montag übergebenen Empfehlung des Beirates „Digitale Wertschöpfung“ wird dringender Handlungsbedarf an Sachsens Schulen angemahnt. Bei der Vermittlung digitaler Kompetenzen sei Sachsen ein „Schlusslicht“, sagte Dirk Röhrborn vom Digitalverband Bitkom. Den Entwurf zum neuen Schulgesetz nannte er eine „herbe Enttäuschung“.

Er bemängelte, dass darin lediglich digitale Information und Kommunikation als Lernziel genannt würden. Zudem werde das E-Learning auf Fach- und Fachoberschulen beschränkt. „Das halte ich für einen schweren Fehler“, sagte Röhrborn. Außerdem müssten auch an Sachsens Gymnasien Informatik-Leistungskurse angeboten werden, um die jungen Menschen auf eine spätere Ausbildung in der IT-Branche vorzubereiten, die jährlich rund 2000 neue Fachkräfte brauche.

Die Breitbandversorgung sei eine Grundvoraussetzung, sagte Wolfgang Nagel, Informatik-Professor an der TU Dresden und Beiratsmitglied. Hier tue die Staatsregierung aber bereits etwas. Der Schlüssel liege in der Heranführung der jüngeren Generation an die digitale Zukunft in Sachsen. „Am Ende müssen wir Köpfe haben, die intelligent und kreativ sind und bleiben.“

dpa

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