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„Möglichst viele Anlagen“: Sachsen plant Ausbau der Windenergie

Erneuerbare Energie „Möglichst viele Anlagen“: Sachsen plant Ausbau der Windenergie

Das Land will bei der Windenergie zulegen, nachdem es deren Ausbau in den vergangenen Jahren eher verhalten betrieben hat. Aber es gibt auch Widerstand.

Sachsen setzt auf Windkraft. (Archivfoto)

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden. Sachsen will den Ausbau der Windenergie forcieren. In der vergangenen Woche sei eine Windpotenzialstudie ausgeschrieben worden, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Diese solle in etwa einem Jahr vorliegen und den regionalen Planungsverbänden helfen, geeignete Gebiete auszuweisen. Laut Ministerium ist die Zahl der Windenergieanlagen im vergangenen Jahr um 33 auf 886 gestiegen, die eingespeiste Energie erhöhte sich von 1600 auf 1860 Gigawattstunden. In diesem Jahr sollen „möglichst viele Anlagen“ hinzu kommen, hieß es.

2015 wurden 22,9 Prozent des sächsischen Bruttostromverbrauchs laut Ministerium durch Windenergie, Biomasse, Photovoltaik und Wasserkraft gedeckt. „Wir liegen bundesweit im Mittel, was für ein Binnenland in Ordnung ist.“ Die Koalition aus CDU und SPD will sich beim Ausbau der alternativen Energie an den Zielen des Bundes orientieren. Demnach soll deren Anteil am Stromverbrauch 2025 zwischen 40 und 45 Prozent und 2035 bei 55 bis 60 Prozent liegen. Ein großer Teil davon wird nach Prognose des Ministeriums in Sachsen auf die günstige Windenergie entfallen.

Dem sächsischen Landeschef des Bundesverbandes Windenergie, Martin Maslaton, geht das jedoch alles zu langsam. Er beklagt einen „weiterhin nur schleppenden Ausbau der Windenergie“. „Die Ziele aus dem Koalitionsvertrag wurden bisher nicht umgesetzt.“ Die Planungen in den vier Planungsregionen des Landes kämen nur zögerlich voran. Zudem gebe es mittlerweile ein flächendeckendes Netz an Bürgerinitiativen gegen die Windenergie, klagt er.

„Wenn wir uns treffen, kommen bis zu 52 Bürgerinitiativen aus ganz Sachsen“, bestätigt der Chef des Landesverbandes Sachsen des Bundesverbandes Landschaftsschutz, Michael Eilenberger. Er nennt die Windenergie „völligen Unsinn“. „Da wird ein totes Pferd geritten.“ Die Menschen, die in deren Umgebung wohnten, fürchteten eine Einschränkung ihrer Lebensqualität, gesundheitliche Probleme sowie eine Entwertung ihrer Grundstücke. Durch Windräder kämen viele Vögel ums Leben. Und sie seien wirtschaftlich unsinnig. „Es weht in unserer Region nun einmal oft kein oder nur wenig Wind.“

„Für den Ausbau der Windenergie und vor allem den Abstand zu Wohnsiedlungen fehlt in Sachsen eine einheitliche Regelung“, klagt der Geschäftsführer des Sächsischen Landkreistages, Andre Jacob. Die Regierungskoalition habe sich Ende vergangenen Jahres gegen einen einheitlichen Mindestabstand der Anlagen zu Wohnsiedlungen entschieden. „Damit wurde der Streit darüber, wie mit dem Ausbau der Windenergie umgegangen werden soll, auf die kommunale Ebene verlagert.“ Wegen der fehlenden einheitlichen Vorgaben fielen auch die Konzepte der Planungsverbände in Sachsen unterschiedlich aus. „Das ist Bürgern und Investoren nur schwer zu vermitteln.“

In Sachsen wurden im vergangenen Herbst die Mindestabstände abgeschafft. „Wir haben die Zeit der Windkraft-Blockade im November 2015 beendet“, hatte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) erklärt. Das Ministerium setze auf mehr Bürgerbeteiligung vor Ort, statt einer pauschalen Direktive.

In den vergangenen Monaten war im Landtag immer wieder zur Windenergie debattiert worden. „Die Genehmigungspraxis für Windenergie hat sich mit der neuen Koalition nicht verbessert“, kritisiert der Energieexperte der Grünen, Gerd Lippold. 2015 habe es nur wenige Genehmigungen gegeben. Die Akzeptanz von Windkraftanlagen in den sächsischen Landkreisen müsse verbessert werden.

Die Linken wollten die Menschen in Orten, wo Windräder gebaut werden, an den Investitionen und Gewinnen finanziell beteiligen, schon um Anreize zu schaffen. Ein entsprechender Antrag ist im Wirtschaftausschuss des Parlaments jedoch gescheitert.

Von LVZ

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