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Mordfall Groitzsch: Angeklagter gesteht Gerichtspsychologen die Taten

Mordfall Groitzsch: Angeklagter gesteht Gerichtspsychologen die Taten

Der Todesschütze von Groitzsch hat die Taten einem Psychologen gestanden. Das gab der psychiatrische Gutachter am Montag im Prozess gegen den 41-Jährigen bekannt.

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Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Der Angeklagte habe sich ihm gegenüber offenbart, die drei jungen Männer im Alter von 19, 23 und 27 erschossen zu haben, sagte der Psychologe bei der  Verhandlung am Landgericht Leipzig.

Der aus Oberbayern stammende Beschuldigte habe angegeben, in Groitzsch terrorisiert worden zu sein. Er habe die Taten so dargestellt, als sei er zum Töten gezwungen gewesen. Der Angeklagte verweigert vor Gericht die Aussage. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm zwei Morde, versuchten Mord sowie Raub- und Körperverletzung mit Todesfolge vor. Die Taten ereigneten sich 2009 und 2010.   

Der Psychologe wurde zunächst als Zeuge vernommen. Er berichtete von der Befragung des Mannes. Sein Gutachten unter anderem zur Schuldfähigkeit des Angeklagten wird er erst zum Abschluss der Beweisaufnahme vorlegen. Nach Aussagen des Experten hatte der 41-Jährige angegeben, dass es mehrfach zu Einbrüchen in die vom ihm gekaufte Lagerhalle kam. Das Gebäude hatte er erworben, um dort Fahrzeuge und Teile zu lagern.

In der Halle seien die Fenster eingeschlagen und das Gas aufgedreht worden, zudem hätten die Einbrecher Dieselsprit gestohlen. Er habe sich wie unter Verfolgungswahn gefühlt. Deshalb habe er seinen Revolver bei sich getragen, um sich verteidigen zu können.   

Laut Zeugenaussage gab der Angeklagte zu, seinem ersten Opfer im April 2009 abends an einem stillgelegten Betriebsgelände begegnet zu sein. Der 27-Jährige habe auf ihn eingeschlagen und trotz Warnung immer weitergemacht. Daraufhin soll der Beschuldigte geschossen haben. Das Opfer starb im Krankenhaus. Gut ein Jahr später im August 2010 traf der Angeklagte bei seiner Lagerhalle in Groitzsch auf die beiden anderen Opfer, von denen er sich nach eigenem Bekunden ebenfalls bedroht fühlte.

Einem der Männer gelang trotz Schusswunden die Flucht, er starb aber in einer Klinik. Den anderen durch Schüsse verletzten jungen Mann zerrte der 41-Jährige in seine Lagerhalle und schlug ihm dort mit einem Metallgegenstand auf den Kopf - gleichfalls mit tödlichen Folgen.   

Der Psychologe beschrieb den Angeklagten als sehr mitteilsam. Mehrfach habe er schreiend die Hände vor das Gesicht geschlagen. „Es sah aus wie ein schreckliches Weinen, aber es ist nicht ein Mal eine Träne gekommen.“ Der 41-Jährige habe gesagt, er besitze eine innere Stimme, die ihm Dinge vorhersage. An die Zeit unmittelbar nach den Taten könne er sich angeblich nicht erinnern.   

Der blass und unscheinbar wirkende Angeklagte verfolgte die Zeugenaussage scheinbar emotionslos. Er hatte sich fünf Tage nach dem Doppelmord der Polizei in Bayern gestellt und sitzt seither in Untersuchungshaft. Die Hinterbliebenen der Opfer treten in dem Prozess als Nebenkläger auf.

dpa

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