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Musiker bewahrt Züge der DDR-Führung vor Verschrottung und sucht Spender

Musiker bewahrt Züge der DDR-Führung vor Verschrottung und sucht Spender

Ein gebürtiger Hamburger will ein Stück rollende DDR-Geschichte retten - und sucht Unterstützer. Der Boogie-Woogie-Pianist Axel Zwingenberger hat 25 Waggons des DDR-Regierungszuges und des Führungszuges der Nationalen Volksarmee (NVA) vor der Verschrottung bewahrt.

Wittenberg. In den kommenden Jahren will er sie Stück für Stück renovieren. Es sei für ihn eine Lebensaufgabe, sagte Zwingenberger. Wie teuer der Erhalt der Züge wird, wisse er noch nicht. Spenden seien willkommen. Die Züge hat er auf das Gelände des Bahnbetriebswerks Wittenberg gebracht. Im Herbst ist dort eine Präsentation für die Öffentlichkeit geplant.

„Viele Fahrzeuge sind noch in einem guten Zustand. Einige müssen nur sauber gemacht werden, andere sehen heftig angerostet aus“, sagte Zwingenberger. Er war schon als Kind von Dampfloks fasziniert und ist Autor des Eisenbahn-Fotobuchs „Vom Zauber der Züge“. Besonders in Mitleidenschaft gezogen wurde der Nachrichtenwagen des DDR-Führungszuges. „Da besteht der Fußboden nur noch aus Sägemehl.“

Die DDR-Züge sollen ein „rollendes Museum“ werden. Für das Projekt gründete der Musiker die Stiftung „Kultur auf Schienen“ in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die Waggons wurden als Kulturdenkmal „Sammlung historischer Schienenfahrzeuge“ in das Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt aufgenommen. „Es ist so, als wenn jemand Schloss Sanssouci abreißen will, und da kommt ein Spinner und sagt „Ich rette es““, sagte Zwingenberger zu seinem Vorhaben.

Die DDR-Oberen hatten sich mehrere Reichsbahnzüge ausstatten lassen. Im Regierungszug fuhr etwa 1970 DDR-Ministerpräsident Willi Stoph zu seinem Treffen mit Bundeskanzler Willy Brandt. Auch das Verkehrsministerium und die NVA hatten ihre eigenen Züge. Die Armeezug-Waggons übernahm Zwingenberger samt Original-DDR-Bohnerwachs, dutzenden grauen Wählscheibentelefonen, Blechkochtöpfen und alter Funktechnik.

dpa

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