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Mysteriöser Feuerschein über Leipzig sorgt für Aufregung – Spur führt zu Böhlener Chemiewerk

Mysteriöser Feuerschein über Leipzig sorgt für Aufregung – Spur führt zu Böhlener Chemiewerk

Anthrazitfarbne Wolken, eine dunkle Rauchfahne und bei Einbruch der Nacht ein weithin sichtbarer Feuerschein am Himmel verunsicherten am späten Freitag zahlreiche Leipziger und Südraum-Bewohner.

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Leuchten am Nachthimmel: Wegen einer brennenden Hochfackel in der Chemiefabrik von DOW in Böhlen war bis nach Leipzig ein heller Feuerschein zu sehen.

Quelle: Olaf Becher

Leipzig/Böhlen. Dutzende besorgte Anrufe gingen bei den Rettungsleitstellen und der Polizei ein. Doch nicht eine Havarie war Ursache der Aufregung: Die 146 Meter hohe Gasfackel des Chemiewerkes Dow in Böhlen machte offenbar Probleme.

„Bei uns sind sind sehr viele Notrufe eingelaufen von Bürgern, die sich Sorgen machten und ein Großfeuer vermuteten“, hieß es am Sonntag aus der Rettungsleitstelle in Leipzig. Da die Ortsangaben der Anrufer vor allem aus dem Leipziger Süden und Grünau vage waren, half die Polizei bei der Lokalisierung des Brand-Ortes. Und konnte nach diesen Recherchen grundsätzliche Entwarnung geben. Anrufe, vor allem wegen des starken Rauchs, gab es auch im Polizeirevier in Borna.

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Leipzig/Böhlen. Anthrazitfarbne Wolken, eine dunkle Rauchfahne und ein weithin sichtbarer Feuerschein am Himmel verunsicherten am späten Freitag zahlreiche Leipziger und Südraum-Bewohner. Dutzende besorgte Anrufe gingen bei  Rettungsleitstellen und Polizei ein. Ursache der Aufregung: Die Gasfackel des Chemiewerkes Dow in Böhlen machte offenbar Probleme.

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Den über viele Kilometer sichtbaren Feuerschein am Nachthimmel verursachte die Gasfackel des Böhlener Chemiewerkes. Verbunden waren die viele Meter hohen Flammen am Kopf der Fackel mit starkem Rauch. Das Abfackeln ist regelmäßig Teil des technologischen Prozesses, allerdings bei weitem nicht in diesem Ausmaß. Probleme an der Anlage, die zur Spaltung von Rohbenzin genutzt wird, nannte Hendrik Banse von der Dow Olefinverbund GmbH als Grund für dieses Feuer-Werk. Ein Notfall habe nicht vorgelegen, sagte er LVZ-Online: „So etwas ist nichts Außergewöhnliches oder Gefährliches.“ Die Feuerwehr musste nicht zum Einsatz kommen.

Für die Böhlener war das Ereignis vom Freitagabend weniger spektakulär und aufregend. „Unsere Leute wissen genau, was da los ist. Wir leben seit Mitte der 80er Jahre mit dem Fackelbetrieb“, sagte Bürgermeisterin Maria Gangloff am Sonntag. „Die Böhlener sind sehr sachkundig und erinnern sich vielleicht noch an ihre eigene Arbeit im Werk. Immer wenn die Fackel brennt, gibt es einen Produktionsausfall, und dann muss die Anlage einzeln wieder hochgefahren werden. Allerdings schauen wir schon besorgt zum Himmel und beobachten, wie schwarz die Fackel ist.“

Das Unternehmen Dow Chemical sei darüber hinaus sehr bemüht, die Emmissionswerte des jährlichen Fackelausstoßes offenzulegen, so Gangloff. Die entsprechenden Jahresberichte liegen in den Rathäusern der umliegende Kommunen aus, bemerkte Gangloff weiter. „Bei solchen Ereignissen wie am Freitagabend wird es aber schneller gehen“, so die Bürgermeisterin, „ich denke, dass wir Montag oder Dienstag Einzelheiten dazu erfahren werden.“

Die Fackel brannte auch noch am Sonnabendvormittag, allerdings waren Flammen und Rauch da schon schwächer. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Störung zu beheben und die Anlage wieder anzufahren“, sagte Hendrik Banse weiter. Was die Störung ausgelöst habe, konnte er noch nicht sagen. Im Laufe des Sonnabends verlöschte die Fackel schließlich.

Im Jahr 1996 wurde diese Hochfackel von der Leipziger John Brown Voest GmbH auf dem Gelände der BSL Olefinverbund Böhlen (DOW Chemical) errichtet. Mit einer Gesamthöhe von 146 Metern, einem Fackelrohr von 1,7 Metern Durchmesser und einer Kapazität von 717 Tonnen pro Stunde war dieses Fackelsystem eines der höchsten in der Bundesrepublik. Erst im April vergangenen Jahres war der Fackelkopf bei einem Generalcheck des Böhlener Werkes gewechselt worden.

es/kh/nöß

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