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Nabu prüft Klage gegen neue Stromtrasse durch Thüringen

Energieversorgung Nabu prüft Klage gegen neue Stromtrasse durch Thüringen

Bereits die erste neue Stromtrasse durch Thüringen hatte für viel Widerstand gesorgt. Nun sollen zwei weitere gebaut werden. Naturschützer schließen rechtliche Schritte dagegen nicht aus.

(Archivbild)

Quelle: dpa

Erfurt. Thüringens Naturschützer halten sich eine Klage gegen den geplanten Verlauf der neuen Stromtrasse offen. „Wir schließen nichts aus“, sagte die Landesgeschäftsführerin des Nabu Thüringen, Kirsten Schellenberg, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Noch lägen ihrem Verband aber zu wenige Details über die Stromtrasse vor. Weitere Schritten sollten dann entschieden werden, „wenn wir mehr darüber wissen“, sagte sie am Rande einer Mitgliederversammlung in Erfurt, auf der die Mitglieder Bilanz aus ihrer Arbeit im vergangenen Jahr zogen.

„Jede Stromtrasse ist eine Belastung für die Umwelt“, erklärte Schellenberg. Die vom Netzbetreiber Tennet bevorzugte Variante für eine neue Stromtrasse durch Nord- und Westthüringen würde auch das Grüne Band entlang der früheren innerdeutschen Grenze schneiden. Die Landesgeschäftsführerin plädierte dafür, die Stromleitungen entlang von Autobahn und Bahnschienen unter der Erde zu verlegen.

Am Dienstag waren die Routen-Vorschläge für mögliche Erdkabel-Korridore der Stromnetzbetreiber Tennet, TransnetBW und 50Hertz bekannt geworden, mit denen Windstrom von den Küsten in die Industriezentren des Südens transportiert werden soll. Die Anträge für die zwei Stromautobahnen „Suedlink“ und „Suedostlink“ werden noch diesen Monat bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) bekräftigte am Samstag erneut ihr Nein zu der Stromtrasse. Bei einem Kleinen Parteitag der Grünen sprachen sich die Delegierten ebenfalls gegen die Pläne aus.

Ungeachtet dessen will der Nabu weitere Fläche mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten in Thüringen kaufen, um sie vor Eingriffen etwa von Bauherren zu schützen. Er hoffe, dass es in diesem Jahr mehr als 1000 Hektar werden, erklärte Landesvorsitzender Mike Jessat. Ende vergangenen Jahres waren es 933 Hektar. Sie seien zu großen Teilen aus Mitteln der Stiftung des Naturschutzbundes erworben worden. „Das Geld stammt von Spendern meist außerhalb von Thüringen“, sagte Jessat. Mit dem Kauf wolle man verhindern, dass etwa durch einen Eigentümerwechsel „unsere Arbeit für die Katz war“.

Nach Angaben Jessats legte der Naturschutzbund 2016 bei seiner Mitgliederzahl weiter zu und knackte die „Zehntausender-Marke“. Zum Jahresende seien es 10 208 Mitglieder gewesen. „Dieser Trend ist seit einigen Jahren zu beobachten“, erklärte der Landeschef. Nach seinen Worten war es noch vor zehn Jahren schwierig, neue Mitglieder zu gewinnen. „Es hat einen Generationenwechsel gegeben.“

Als Beispiel für Tierschutzprojekte verwies Jessat auf die Arbeit rund um den Biber. So sei im vergangenen November ein sogenanntes Biber-Management in die nächste Runde gegangen. Dessen Ziel ist es den Angaben nach, bei Bauarbeiten, die das Tier gefährden könnten, zu beraten und zwischen den Parteien zu vermitteln. Die Gelder dafür stammten von der EU und dem Land Thüringen.

LVZ

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