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Nach Anschlag auf geplantes Flüchtlingsheim in Bautzen: Belohnung für Hinweise

“Husarenhof“ Nach Anschlag auf geplantes Flüchtlingsheim in Bautzen: Belohnung für Hinweise

Der Brandschlag auf die geplante Flüchtlingsunterkunft in Bautzen sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Der Investor will nun für Hinweise auf die Täter Geld in die Hand nehmen. Auf den Landkreis ist er schlecht zu sprechen.

In der Nacht zum 21. Februar 2016 brannte das geplante Flüchtlingsheim „Husarenhof“ in Bautzen.
 

Quelle: dpa

Bautzen.  - Rund zwei Monate nach dem Brandanschlag auf die geplante Bautzener Flüchtlingsunterkunft „Husarenhof“ will der Eigentümer eine Belohnung zur Ergreifung der Brandstifter aussetzen. „Wir denken an eine Summe von 10 000 Euro“, sagte Erik Sassenscheidt.

Zu der Entscheidung sei der Investor nach einem Gespräch mit der Polizei gekommen. Beide Seiten erhofften sich Fortschritte bei den Ermittlungen. „Wir wollen ein Zeichen setzen, weil das auch ein emotionales Thema für uns ist“, sagte Sassenscheidt. Seit mehr als zehn Jahren investiert das familiengeführte Immobilienunternehmen gemeinsam mit einem Dresdner Partner in Bautzen. „Und wir haben das auch perspektivisch weiter vor.“

Wer hinter dem Brand im Husarenhof am 21. Februar steckt, ist noch nicht ermittelt. Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden geht aber von Brandstiftung aus. Bautzen war mit dem Vorfall bundesweit in die Negativ-Schlagzeilen geraten. Schaulustige hatten unverhohlen ihre Freude über das Feuer zum Ausdruck gebracht.

Der Brandanschlag könne nicht toleriert werden, betonte Sassenscheidt. Er habe Bautzen bisher nicht fremdenfeindlich erlebt. „Es würde schon helfen, wenn ein Täter vor Gericht kommt.“

Feuer in geplanter Flüchtlingsunterkunft

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Nutzung des Gebäudes unklar

Die kürzlich getroffene Entscheidung des Landkreises, den Vertrag zur Unterbringung von Flüchtlingen zu kündigen, stieß bei dem Eigentümer des Gebäudekomplexes auf Unverständnis. „So ein Zeichen zu setzen, ist mit Sicherheit nicht das Richtige“, sagte Sassenscheidt.

Der Kreis habe nach dem Brand immer wieder betont, an den Plänen festzuhalten. Eine Kündigung für den gesamten Komplex sei nie Thema gewesen. Sassenscheidt habe daher in Absprache mit dem Landratsamt investiert, um zumindest das vom Feuer nicht betroffene Gebäude so schnell wie möglich bezugsfertig zu machen. Auf den Betten liege das Bettzeug für die Flüchtlinge, in den Zimmern stünden Tische und Stühle, ergänzte er. Was nun aus dem Haus wird, ist unklar.

Weniger Flüchtlinge als erwartet

Sassenscheidt hat Widerspruch gegen die Kündigung eingelegt. Nach eigenen Angaben investierte das Unternehmen rund 500 000 Euro in die geplante Flüchtlingsunterkunft.

Kurz vor Ostern trat der Landkreis vom Mietvertrag für das ehemalige Hotel im Komplex „Husarenhof“ zurück, der Betreibervertrag wurde gekündigt. Ein Großteil der Gebäude sei nicht nutzbar und eine Teilnutzung unwirtschaftlich, hieß es zur Begründung. „An dieser Entscheidung halten wir fest“, erklärte eine Sprecherin. Ursprünglich sollten Ende März rund 300 Asylbewerber einziehen.

 „Für uns ist die Entscheidung politisch und monetär motiviert“, so Sassenscheidt. Der Kreis müsse weniger Flüchtlinge unterbringen und wolle sich entsprechend von dem „Kostenblock“ trennen.

Laut Landratsamt nimmt der Kreis derzeit weniger Flüchtlinge auf, als zu Beginn des Jahres erwartet. War man zunächst von 3800 unterzubringenden Asylbewerbern ausgegangen, liegt die Prognose für dieses Jahr derzeit bei rund 3200. Dennoch sei die Aufnahmequote hoch und der Bedarf nicht gesunken, betonte das Landratsamt. Aktuell leben im Kreis Bautzen rund 3000 Flüchtlinge.

Von LVZ

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