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Nach schwerem Zug-Unglück in Senftenberg: Leiche von Eisenbahner gefunden

Nach schwerem Zug-Unglück in Senftenberg: Leiche von Eisenbahner gefunden

 Senftenberg. Sogar mit den bloßen Händen wühlen die Rettungskräfte in dem Schuttberg - in der Hoffnung, den verschütteten Eisenbahner lebend zu finden.

Das Stellwerksgebäude, in dem der Mitarbeiter Dienst hatte, liegt in Trümmern. Suchhunde kommen zum Einsatz, schweres Gerät wird herangeschafft. Nach 17 Stunden wird der 54 Jahre alter Eisenbahner dann gefunden - tot.

Zwei Güterzüge - einer mit fast 3000 Tonnen Schutt beladen - krachten am Donnerstagabend im südbrandenburgischen Senftenberg aufeinander. Auf dem Bahnhofsgelände Hosena lagen am Tag danach noch umgestürzte Waggons, durch die Wucht des Aufpralls waren sie stark ineinander verkeilt. Auch die Oberleitung ist zerrissen. Nun müssen die Ermittler untersuchen, wie es zu dem Unglück kam. Ein Lokführer kam verletzt ins Krankenhaus.

Bislang stellt sich der Hergang des Zugunfall so dar: „Ein mit Schotter beladener Zug ist gegen 20.20 Uhr seitlich gegen Waggons eines unbeladenen Güterzuges geprallt“, berichtete Meik Gauer, Sprecher der Bundespolizeidirektion Berlin, in Hosena. Der leere Zug habe auf dem Bahnhof vor einem Haltesignal gewartet. Allerdings standen einige Waggons hinten in einem Weichenbereich. Dort krachte der aus Richtung Hoyerswerda entgegenkommende Schotter-Zug hinein. Der Grund ist noch unklar.„Wir können menschliches Versagen nicht ausschließen“, sagte Gauer.

Glück im Unglück hatten die beiden Lokführer. Der Fahrer des beladenen Zuges sei kurz vor dem Aufprall geistesgegenwärtig aus dem Führerstand gesprungen, schilderte Gauer. Der Mann habe sich die Beine gebrochen und sei mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Dresden gebracht worden. Der andere Lokführer erlitt einen Schock.

Die Polizei sperrte das Gelände am Freitag weiträumig ab. Die Lok des 3000 Tonnen schweren Schotterzuges, die sich im Fallen um ihre Achse drehte, liegt ebenfalls neben den Schienen und dem Trümmerberg aus zerrissenem Stahl und kaputten Steinen. Das zerstörte Stellwerk war hinter den Absperrungen kaum zu sehen. Dort hatten die Helfer an dem Schuttberg richtig schwere Arbeit zu leisten - sie mussten verhindern, dass sich Trümmer lösten und sie selber gefährdet werden.

dpa

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