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Nachlassender Regen - Hochwasserlage an der Neiße entspannt sich

Nachlassender Regen - Hochwasserlage an der Neiße entspannt sich

Die Hochwassergefahr in Ostsachsen scheint vorerst gebannt. Bei nachlassendem Regen zeigte der Pegel in Görlitz am Freitagnachmittag 5,22 Meter an, Tendenz gleichbleibend.

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Archivfoto vom Neiße-Hochwasser.

Quelle: dpa

Niesky/Görlitz/Dresden. Zudem floss weniger Wasser als erwartet aus dem polnischen Witka-Stausee in die Neiße. Der Deutsche Wetterdienst hob die Warnungen vor extrem ergiebigem Dauerregen für die Landkreise Görlitz und Bautzen auf. In Görlitz - hier zeigte der Pegel am Dienstag erst 1,63 Meter an - galt weiter die Alarmstufe 3. Bislang gab es nach Angaben der Stadtverwaltung in Görlitz keine größeren Schäden. Einzig der Neißeradweg war an einer Stelle gesperrt.

Das Hochwasserzentrum in Dresden rechnete damit, dass sich an der Neiße ein langgezogener Hochwasserscheitel bilden wird. Während der Wasserstand in Görlitz bereits am Vormittag stagnierte, wurde in Zittau zunächst wieder ein leichter Anstieg registriert. Hier wurde erst für in der Nacht zum Samstag ein Rückgang erwartet, weil dann auch die Niederschläge in Tschechien nachlassen sollten.

Auch an der Elbe stieg das Wasser weiter langsam, aber noch gebe es keine Probleme, hieß es aus dem Hochwasserzentrum. Am Mittwoch waren in Dresden 1,35 Meter registriert worden, am Freitag waren es 2,79 Meter. Im Jahresmittel zeigt der Pegel in Dresden etwa 2 Meter.

Entgegen den Prognosen vom Vortag ist aus dem polnischen Witka-Stausee bislang weniger Wasser als erwartet in die Neiße geflossen. Vorhergesagt waren 200 bis 300 Kubikmeter pro Sekunde. Tatsächlich lagen die Werte nach Angaben des Landrates aber weit darunter. Anfangs seien es 80 Kubikmeter gewesen, nachts dann 135.

Der Görlitzer Landrat Bernd Lange (CDU) kritisierte in Niesky das Hochwasserzentrum für die Prognose zum Witka-Stausee und die aus seiner Sicht viel zu langen Meldewege. Das Zentrum erhält seine offiziellen Informationen von der polnischen Seite via Warschau, Berlin und den Koordinierungsstab der Bundespolizei in Frankfurt an der Oder - für Lange ist das zu umständlich. Er wolle seine Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden im benachbarten Polen weiter ausbauen, so der Landrat.

Der Witka-Stausee hatte beim Hochwasser im August 2010 eine fatale Rolle gespielt. Die Nachricht, dass dort ein Damm gebrochen war, hatte Sachsen offiziell viel zu spät erreicht. Das Unglück hatte die Hochwasserlage in der Neiße verschärft. In Görlitz war der Fluss praktisch ohne Vorwarnung rasend schnell auf reichlich sieben Meter angeschwollen und hatte riesige Schäden angerichtet.

Landrat Lange lobte das Land Sachsen zwar dafür, seit dieser Zeit die Dämme an der Neiße repariert zu haben. Dass aber nördlich von Görlitz keine Pegel mehr existieren, hält er für fatal. „Da werden vermutlich erst zwei bis drei Jahre Studien gemacht, wo die Pegel hin sollen.“

Uwe Höhne von der Hochwasserzentrale wies die Kritik von Lange zurück. „Es gibt ein Pegelbauprogramm“, sagte er auf Anfrage. Es müssten dafür aber geeignete Standorte gefunden und Eigentumsfragen geklärt werden. „Das dauert leider seine Zeit.“

Mit Blick auf die Informationswege sagte Höhne, dass sich die Zentrale auf offizielle Angaben aus Polen verlassen müsse. Die Einschätzung der Lage am Witka-Stausee sei zudem schwierig. Dort gebe es zwar einen Pegel, dieser registriere aber nicht die Menge das abfließenden Wassers. Im Prinzip werde dort so viel Wasser abgelassen, wie oberhalb des Dammes zufließe. Der Stausee habe keine Speicherfunktion.

Angesichts einer Zunahme von Extremwetterlagen sieht Lange den Landkreis Görlitz auch künftig von Fluten bedroht. „Wir sind ein Einzugsgebiet mit schnellem Abfluss.“ Es komme hier zu kurzen, aber intensiven Hochwassern. Deshalb sei es auch wichtig, exakte Werte zu haben. Anders sei eine richtige Beurteilung der Lage nicht möglich. Beim aktuellen Hochwasser der Neiße geht Lange nicht davon aus, dass die Alarmstufe 4 im Landkreis erreicht wird.

dpa

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