Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Nachterstedt: Kritik und weiter Suche nach Ursache des Erdrutschs

Nachterstedt: Kritik und weiter Suche nach Ursache des Erdrutschs

Ein Jahrzehnte altes Gutachten hat für neue Diskussionen über die Katastrophe von Nachterstedt gesorgt. Es geht um die Frage, ob der gewaltige Erdrutsch mit drei Toten im Juli 2009 hätte verhindert werden können.

Voriger Artikel
Pfingstreiseverkehr führt zu Unfällen und Staus in Sachsen
Nächster Artikel
Viele Feinstaub-Überschreitungen in Sachsen - künftig drohen Strafen

Am 18. Juli 2009 waren zwei Häuser in den Concordia-Bergbausee gestürzt. Drei Menschen starben, 41 mussten ihre Häuser für immer verlassen.

Quelle: dpa

Nachterstedt/Halle. Nach einem Bericht der „Mitteldeutschen Zeitung“ vom Freitag hatte 1966 das Wissenschaftlich-Technische Institut (WTI) der damaligen Braunkohlenindustrie im DDR-Bezirk Halle mit Hilfe von Mess-Sonden die Standsicherheit von Kippen in Nachterstedt untersucht. Die an der sogenannten Hochkippe gemessenen Werte hätten darauf hingedeutet, dass der Boden dort nicht stabil sein könne, sagte der ehemalige WTI-Experte Werner Müller der Zeitung. Zwei Jahre nach dem Unglück ist die Ursache noch immer nicht geklärt.

„Die Kippe war so lange standsicher, wie kein Wasser kam“, sagte der ehemalige Ingenieur Benno Sengewitz. Das WTI gibt es nach Angaben des Landesamtes für Geologie und Bergwesen heute nicht mehr. Der heute für Nachterstedt zuständiger Bergbausanierer LMBV wies Vorwürfe, die Böschung sei nach dem Ende des Tagebaus Anfang der 90er Jahre falsch saniert worden, zurück.

Nach Angaben des Landesamtes für Geologie und Bergwesen gibt es eine Vielzahl von Gutachten zur Standsicherheit der Böschungen im Tagebau Nachterstedt. „Man darf aber nicht vergessen, dass sich die Gestalt der Tagebauböschungen im Jahre 1967 im Vergleich mit der zum Zeitpunkt der Flutung in den neunziger Jahren verändert hat“, sagte ein Sprecher des Landesamtes der dpa.

Die Untersuchungen der Gutachter zu dem Unglück von 2009 laufen noch. Es handele sich um eine sehr komplexe Situation, es sei davon auszugehen, dass die Arbeit der vom Unternehmen beauftragten Experten noch das Jahr 2011 über dauern werden, sagte LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber. „Die Gutachter gehen ganz akribisch vor.“ Sie müssten sie aus Sicherheitsgründen in dem Gebiet sehr vorsichtig sein.

Bei dem Erdrutsch in Nachterstedt waren am 18. Juli urplötzlich ein Doppelhaus und eine Haushälfte in den mit Wasser gefüllten stillgelegten Tagebau, den Concordiasee, versunken. Drei Menschen starben, 40 verloren ihr Heim. Die Häuser standen dort seit Jahrzehnten. Bis 1991 war in der Gemeinde Braunkohle abgebaut worden.

Die von der LMBV (Senftenberg/Brandenburg) beauftragten Fachleute wollen zum Beispiel mit Hilfe von Sonden vom Wasser aus nach der Unglücksursache suchen. Der Zugang von der Landseite ist nach dem Erdrutsch aus Sicherheitsgründen gesperrt. Das Land hat ebenfalls Gutachter beauftragt, um die Unglücksursache aufzuklären.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr