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Nahverkehr in Sachsen soll einfacher werden

Bus und Bahn Nahverkehr in Sachsen soll einfacher werden

Aus fünf mach zwei: So lautet die Formel eines CDU-Vorstoßes für den öffentlichen Nahverkehr in Sachsen. Konkret geht es darum, die Zahl der Anbieter zu reduzieren – im Sinne der Kundenfreundlichkeit.

Konkret geht es darum, die Zahl der Anbieter zu reduzieren – im Sinne der Kundenfreundlichkeit. (Symbolfoto)

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. Aus fünf mach zwei: So lautet die Formel eines CDU-Vorstoßes für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in Sachsen. Konkret geht es darum, die Zahl der Anbieter zu reduzieren – im Sinne der Kundenfreundlichkeit, erklärt Andreas Nowak, der Verkehrsexperte der Unionsfraktion im Landtag. „Es gibt in Deutschland 26 Zweckverbände, allein fünf davon befinden sich in Sachsen. Diese große Zahl ist nicht vermittelbar und kostet viel Geld.“

Bislang gelten in Sachsen je nach ÖPNV-Anbieter unterschiedliche Tarifsysteme. Ziel soll sein, mit nur einem Ticket beispielsweise von Leipzig nach Zittau oder von Dresden nach Plauen fahren zu können. Der Tarif-Wahnsinn gilt auch für die Fahrrad-Mitnahme: So gibt es allein zwischen Zwickau und Leipzig drei unterschiedliche Regeln – bei einem Anbieter dürfen Räder kostenlos mitgenommen werden, beim zweiten ist ein Zuschlag fällig und beim dritten gilt für wenige Kilometer der Bahn-Tarif.

Eine vom sächsischen Verkehrsministerium ins Leben gerufene Strategiekommission arbeitet zurzeit zwar an einer Bestandsaufnahme und Verbesserungsvorschlägen; die Ergebnisse werden aber erst 2018 erwartet. „Wir müssen jetzt handeln, um den ÖPNV attraktiver zu machen“, fordert der CDU-Verkehrspolitiker. „Ziel ist, dem Fahrgast die Sache so einfach wie möglich zu machen. Der interessiert sich nämlich nicht für Verbünde, Verbundgrenzen, Tarifdschungel.“

"So viel Harmonisierung und Überbrückung wie möglich"

Unterstützung kommt aus dem zuständigen Ministerium: Fakt sei, sagt Vize-Regierungschef und Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) der LVZ, „dass wir ÖPNV aus Perspektive des Kunden denken und gestalten müssen“. Sollte kein völlig einheitliches Tarifsystem umsetzbar sein, „dann möchte ich so viel Harmonisierung und Überbrückung wie möglich, zum Beispiel durch die Etablierung eines Dachtarifs für ganz Sachsen“, gibt der Minister der Strategiekommission eine klare Forderung vor. Notwendig sei auch eine gute Verknüpfung der Angebote: „Wenn keine Einigung auf einen Verkehrsverbund für ganz Sachsen möglich sein sollte, so möchte ich wenigstens so viel Zusammenarbeit erreichen, dass die Nutzer die Grenzen nicht mehr spüren.

In Sachsen sind fünf Zweckverbände aktiv: ZVNL (Raum Leipzig), ZVOE (Oberelbe), ZVMS (Mittelsachsen), ZVV (Vogtland) und ZVON (Oberlausitz-Niederschlesien). Auf dem Prüfstand stehen insbesondere die Verbände in Ostsachsen und im Vogtland. Linke und Grüne fordern seit Langem, die ÖPNV-Angebote zu verbessern. Dazu könnte auch eine Reduzierung der Zweckverbände gehören, sagt der ZVNL-Verbandsrat und Linke-Landtagsabgeordnete Enrico Stange: „Ein Ticket für alle setzt voraus, dass es nur ein Tarifgebiet gibt. Man kann solche Ideen durchaus weiter vertiefen.“ Die CDU hofft auf eine Umsetzung bis 2021 – rechnet aber mit Widerstand. „Wenn man sich an etablierte Strukturen wagt, gibt es immer Gegenwind“, sagt Nowak und versichert: „Um Stellenkürzungen geht es erst mal nicht.“

Andreas Debski

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