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Naturschützer kritisieren Maßnahmen zum Hochwasserschutz an der Elbe

Naturschützer kritisieren Maßnahmen zum Hochwasserschutz an der Elbe

Neun Jahre nach dem Jahrhunderthochwasser an der Elbe hat Deutschland nach Einschätzung von Umweltschützern zwar viele Deiche gebaut, aber zu wenig Rückzugsgebiete für die großen Flüsse geschaffen.

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Die Elbe in Magdeburg

Quelle: dpa

Magdeburg/Dresden. In einer am Montag in Magdeburg vorgestellten Studie kritisiert der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), dass neun von zehn Flussauen verbaut oder von den Gewässern getrennt seien. Auch ein großer Artenverlust wird bemängelt. Die Umweltschützer berufen sich auf Daten von Bundes- und Landesbehörden.

Der Politik wirft der BUND vor, zu sehr auf den Güterschiffsverkehr zu setzen, für den die Flüsse begradigt werden müssen. Auch verharre die überwiegende Zahl der nach dem Jahrhunderthochwasser an der Elbe angekündigten Rückverlegungen von Deichen in der Planungsphase. Dabei sollen Deiche vom Fluss weg weiter ins Land hinein verlagert werden.

Der BUND forderte indes, dass Flüsse möglichst frei fließen. Dazu sollten unter anderem Auen renaturiert sowie Deiche zurückgebaut werden. Um den Wasserdurchfluss zu erhöhen, sollten zudem querende Bauwerke wie Wehranlagen oder Staustufen verhindert oder wieder abgebaut werden, meinte der Bundesvorsitzende Hubert Weiger. Er schränkte jedoch ein: „Das ist leicht gesagt, aber schwer durchgesetzt.“ So seien an der bayerischen Donau bereits neue Staustufen geplant. Der Main sei sogar eine „Staustufenlandschaft“.

„Wir müssen nach wie vor um jeden Quadratmeter freien Fluss kämpfen“, sagte Weiger. „Das Tragische ist: Man verdient eben eher an der Zerstörung eines Stroms als an dessen Erhaltung.“ Insbesondere Baufirmen würden profitieren. Bei der Erhaltung von Flüssen habe dagegen die Gesellschaft Vorteile.

Auch der Klimawandel mache einen ökologischeren Hochwasserschutz notwendig, erklärten die Umweltschützer. Es sei häufiger mit Fluten zu rechnen. Ohne genügend Rückzugsgebiete für das Wasser könne dem nicht begegnet werden. Als potenzielle Flächen empfiehlt der BUND die alten Flussauen - frei nach dem Motto: „Aue ist, wo Aue war“.

Der BUND sieht indes auch erfreuliche Tendenzen: Die EU-Wasserrahmenrichtlinie gebe als Ziel einen guten Zustand für alle Gewässer vor. Die bisherige Umsetzung der Richtlinie sieht der BUND jedoch skeptisch. Die Realität sei eine andere, hieß es. Immerhin fehle mittlerweile aber das Geld für den weiteren Ausbau der Wasserstraßen. „Unser wichtigster Verbündeter sind die leeren Kassen.“ Andererseits würden Energiekonzerne, wie zum Beispiel EnBW am Rhein, neue Wasserkraftwerke planen. Neue Wasserkraftwerke lehnt der BUND ab.

Alexander Riedel, dpa

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