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Naturschützer üben heftige Kritik an geplanter Elbe-Staustufe

Deutsch-Tschechische Grenze Naturschützer üben heftige Kritik an geplanter Elbe-Staustufe

Tschechien will für mehrere hundert Millionen Euro an der Grenze zu Sachsen eine Staustufe für die Elbe bauen, um den Fluss ganzjährig schiffbar zu machen. Umweltschützer laufen Sturm gegen die Pläne.

Die Elbe bei Dresden

Quelle: Uwe Schröder

Dresden. Umweltorganisationen üben weiter heftige Kritik an den Elbeplänen in Tschechien. Wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) am Donnerstag mitteilte, seien durch den geplanten Bau der Staustufe in Děčín gravierende Auswirkungen auf Naturschutzgebiete und auf die Lebensqualität von Menschen zu befürchten. Sachsens Nachbarland möchte durch den Bau den Wasserspiegel der Elbe um etwa 40 Zentimeter anheben, damit Transportschiffe auch bei Niedrigwasser fahren können.

„Die Elbe gehört zu den Perlen des europäischen Naturerbes“, sagte Bernd Heinitz, NABU-Vorsitzender in Sachsen. Die auf deutscher und auf tschechischer Seite liegenden Bereiche seien eng aneinander gekoppelt. „Jede erneute Vertiefung verschlechtert den Zustand der eng an die Dynamik des Flusses und seiner Aue gebundenen Biotope. An wechselnde Wasserstände angepasste Tier- und Pflanzenarten, etwa Schwarzpappeln und Weiden, werden bei einer Veränderung ihrer Lebensverhältnisse absterben“, warnte Heinitz.

Bereits am Dienstag hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) eine mangelnde Öffentlichkeitsbeteiligung beklagt. Seit dem vergangenen Wochenende seien die Unterlagen zur Umweltverträglichkeitsprüfung online einsehbar, teilten die Umweltschützer. Die Frist zur Stellungnahme an das tschechische Umweltministerium ende aber schon am 9. Mai. Dabei hätten die Unterlagen einen Umfang von mehreren tausend Seiten, die dazugehörigen Gutachten seien zudem weitgehend in tschechischer Sprache verfasst.

„Das ist das Ende transparenter Bürgerbeteiligung“, erklärte Bund-Landesvize Franziska Heß: „Die offizielle Frist von 30 Tagen für ein Projekt dieser Größenordnung und mit grenzüberschreitender Auswirkung ist nicht hinnehmbar. Bürgerschaftliches Engagement wird so mit Füßen getreten.“ Für normale Bürger sei es unmöglich, in der Kürze der Zeit die vielen Facetten der Umweltprüfung zu erfassen und sachgerecht zu bewerten: „Wir fordern die tschechische Regierung deshalb auf, die Frist zu verlängern – angemessen wäre sicherlich eine Frist von drei Monaten.“

Tschechien will mit der Staustufe in Děčín die Elbe ganzjährig schiffbar machen. Kritiker befürchten negative Auswirkungen auf das Ökosystem Elbe. Auch die sächsische Regierung ist gegen das Projekt.

chg

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