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Neonazis wollen in Halle marschieren – Aktionsbündnis befürchtet 1000 Teilnehmer

Neonazis wollen in Halle marschieren – Aktionsbündnis befürchtet 1000 Teilnehmer

Der Stadt Halle droht am kommenden Wochenende ein Aufmarsch von Neonazis. Nach Angaben des Aktionsbündnisses „Halle blockt!“ haben die sogenannten Freien Kräfte angekündigt, am 1. Mai in der Saalestadt demonstrieren zu wollen.

Leipzig/Halle. „Der Aufmarsch wird bundesweit beworben und wir rechnen deshalb damit, dass am Sonntag etwa 1000 Neonazis in Halle sein werden“, sagte Marcus Schlegelmilch, Sprecher des Aktionsbündnisses aus Parteien, Gewerkschaften, Studentenorganisationen, Vereinen und Einzelpersonen am Donnerstag gegenüber LVZ-Online.

Die Rechtsextremen treffen sich mittags am Hallenser Hauptbahnhof und wollen nach einer Kundgebung unter dem Motto „Zukunft durch Arbeit – Fremdarbeiter stoppen!“ offenbar in Richtung Innenstadt laufen. Anlass ist die ab 1. Mai geltende Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Arbeitnehmer aus Osteuropa. Wie Schlegelmilch berichtet, handele es sich bei den Initiatoren der Neonazi-Demonstration um Vertreter einer losen, nicht direkt an NPD oder deren Jugendorganisation angeschlossenen Vereinigung. Die sogenannten Freien Kräfte suchen aber mitunter die Nähe zu anderen Neonazi-Organisationen, so dass am Sonntag auch mit diesen zu rechnen sei, vermutet der Bündnis-Sprecher.

In einer seit Tagen mit Flugblättern und im Internet verbreiteten Erklärung ruft das Bürgerbündnis „Halle blockt!“ deshalb dazu auf, sich dem Aufmarsch entgegenzustellen. „Gemeinsam verhindern wir den Naziaufmarsch – bunt, gewaltfrei und phantasievoll!“, heißt  es dazu im Schreiben, zu dem sich am Mittwochabend auch der Hallenser Stadtrat einstimmig bekannte.

Die Kommune hatte zuvor nicht versucht, die Demonstration der Neonazis mit einer Klage vor dem Oberverwaltungsgericht in Magdeburg zu stoppen. Marcus Schlegelmilch wollte dies gegenüber LVZ-Online nicht kommentieren, betonte stattdessen, dass man sich am Sonntag zusammen mit der Stadtverwaltung und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) den Neonazis entgegenstellen wolle. Auch Vertreter der Landesregierung werden nach Halle kommen. Die Kirche unterstütze die Protestaktionen, sagte ein Sprecher.

Halles Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) rief die Einwohner der Stadt ebenfalls zum Protest auf. Dieser Tag erfordere es in ganz besonderem Maße, Zivilcourage zu beweisen und Gesicht zu zeigen. „Den Nazis soll von mehreren Seiten gezeigt werden, wir wollen Euch nicht in unserer Stadt“, sagte sie am Donnerstag. Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) sagte: „Wir wollen gemeinsam ein Zeichen setzen für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz“. Wer glaubwürdig sein will, der müsse mit friedlichen Mitteln demonstrieren.

Szabados gab am Donnerstagabend auf einer Informationsveranstaltung im Stadthaus die Details der Aktion bekannt. Auftaktveranstaltung ist um 10.30 Uhr auf dem Marktplatz. Dort wird unter anderem auch Gesine Schwan eine Rede halten. Gegen 12.30 Uhr folgt ein gemeinsamer Fußmarsch durch die Leipziger Straße zur Freifläche vor dem Maritim-Hotel, wo von 13 bis 14 Uhr die Abschlusskundgebung stattfindet. Schlegelmilch zufolge treffen sich außerdem um 9.30 Uhr Gegendemonstranten am Rannischen Platz, um in Richtung des Busbahnhofes am Hallenser Hauptbahnhof zu laufen.

Nach Angaben einer Sprecherin des Aktionsbündnisses wird bei den Protesten gegen die Neonazis mit etwa 1600 Menschen gerechnet. Unterstützung werden die couragierten Hallenser wohl auch aus dem nahen Leipzig erhalten. Auf dem Portal des Aktionsnetzwerkes „Leipzig nimmt Platz“ wird eine gemeinsame Anreise aus der Messestadt am Sonntagmorgen mit der S-Bahn empfohlen.

Internet: halleblockt.blogsport.de

Matthias Puppe/dpa

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