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Neue Hochwasser treffen gebeutelte Regionen

Neue Hochwasser treffen gebeutelte Regionen

Gut eine Woche nach den schweren Überschwemmungen in Sachsen haben heftige Regenfälle in der Nacht zum Montag erneut für Hochwasser gesorgt. In der Sächsischen Schweiz riefen die Behörden zunächst Katastrophenalarm aus, der jedoch am Nachmittag wieder aufgehoben wurde.

Pirna/Bautzen. Prekär war auch wieder die Situation im Süden des Landkreises Görlitz und in Teilen des Landkreises Bautzen. Die neuen Überschwemmungen trafen etliche Menschen mitten in den Aufräumarbeiten nach dem letzten Hochwasser.

An der Kirnitzsch in der Sächsischen Schweiz galt zwischenzeitlich die höchste Alarmstufe 4. Schon am Sonntag vor einer Woche hatten Hochwasser nahe der Grenze zu Tschechien immense Schäden angerichtet. In Seifhennersdorf im Süden des Landkreises Görlitz mussten drei Menschen aus ihrem erneut überfluteten Haus gerettet werden. Wie schon vor einer Woche wurden etliche Straßen wegen Überflutungen, Unterspülungen, umgestürzter Bäume oder Geröllmassen gesperrt.

Betroffen war auch die Autobahn 17 Dresden-Prag zwischen Pirna und Bahretal. Auf einem Zubringer bildete sich ein riesiger See, das Wasser stand bis zu 40 Zentimeter hoch. Der Barockgarten Großsedlitz bei Heidenau wurde nach Überschwemmungen teilweise gesperrt. Die Sächsische Dampfschiffahrt stellte ihren Betrieb auf der Elbe komplett ein. „Momentan kommen wir mit den Schiffen nicht mehr durch die Brücken“, sagte eine Sprecherin. Dazu kämen Treibgut und die sehr hohe Fließgeschwindigkeit des Flusses.

Das Deutsche Rote Kreuz setzte nach den neuen Überschwemmungen seine Soforthilfe-Zahlungen fort. „Bei akuter Not geben wir betroffenen Familien 300 Euro bar auf die Hand“, sagte Sprecherin Antonie Muschalek. Darüber hinaus könnten pro Haushalt bis zu 2500 Euro erhalten. Diese Beihilfen müssen dann aber beantragt werden. Bis Montagmittag wurden schätzungsweise 16.000 Euro Soforthilfe übergeben.

Sachsens Regierung beriet über weitere Hilfen. Konkret wurde Regierungssprecher Johann-Adolf Cohausz am Montag nicht. Er erwarte, dass spätestens am Dienstag Näheres mitgeteilt werde. „Wir arbeiten mit Hochdruck an weiteren Maßnahmen.“ Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) hatte am Sonntag nochmals erklärt, dass niemand um seine Existenz bangen müsse. Der Freistaat hilft den Geschädigten bislang mit zinsgünstigen Darlehen. Das steht seit Tagen in der Kritik. Nach Angaben der Sächsischen Aufbaubank hatten sich bis Montagmittag 550 Unternehmen und Wohneigentümer mit Hilfeersuchen gemeldet.

Am Dienstag wollen sich deutsche und polnische Umweltexperten am Witka-Stausee in Polen treffen. Dort war Samstag vor einer Woche der Damm gebrochen, die Wassermassen hatten eine Flutwelle in der Neiße ausgelöst. Die Experten würden das Schadensgebiet unter die Lupe nehmen, sagte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU). Er hatte am Montag mit dem Woiwoden von Niederschlesien, Rafal Jurkowlaniec, über Schlussfolgerungen aus der Katastrophe beraten. Vorgeschlagen wurden grenzüberschreitende Übungen mit Tschechien sowie ein gemeinsames Informationszentrums im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien, um einen direkten Draht zu schaffen.

dpa

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