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Neue Hülle für „Sachsens Gedächtnis“ - Staatsarchiv in Dresden hat alte Bleibe wieder

Neue Hülle für „Sachsens Gedächtnis“ - Staatsarchiv in Dresden hat alte Bleibe wieder

Alles an einem Ort: Das Hauptstaatsarchiv Dresden ist nach dreijährigem Interim seit Mittwoch offiziell zurück am angestammten Platz. In den vergangenen Wochen sind die Mitarbeiter in die frisch sanierten historischen Büros umgezogen.

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Außenansicht des Dresdner Hauptstaatsarchives.

Quelle: dpa

Dresden. Klimatisierte Archivräume stehen für tausende Akten, Dokumente, Urkunden und Karten bereit. Die Rückkehr der restlichen Bestände dauert wegen baulicher Nacharbeiten aber noch bis Ende November, wie der stellvertretende Leiter der Einrichtung, Peter Wiegand, sagte.

Innenminister Markus Ulbig (CDU) sprach zur Wiedereröffnung von guten Bedingungen für das sächsische kulturelle und wissenschaftliche Erbe. Sie seien optimal, um Geschichte zu erforschen und zu bewahren, nur so könne die eigene Identität bewahrt werden. Auch Finanzminister Georg Unland (CDU) zeigte sich begeistert angesichts der Verhältnisse, unter denen nun wieder 1000 Jahre sächsischer Geschichte erkundet werden könnten.

Der Freistaat hat rund 41 Millionen Euro in die Sanierung der beiden Archiv-Altbauten sowie einen Magazin-Neubau, der schon 2008 übergeben worden war, investiert. Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude im Regierungsviertel wurden seit November 2008 rekonstruiert und mit modernen technischen Anlagen ausgestattet.

Im Alt-Magazin sind nun Lese- und Beratungsplätze untergebracht, ihre Zahl hat sich auf 95 fast verdoppelt. Der historische Kartensaal, die rund 100 Jahre alten Archivregale und die Ausstattung im Verwaltungsgebäude blieben erhalten. Der knapp 100 Jahre alte holzgetäfelte Lesesaal wurde entstaubt - unter den Belle- Epoque-Lampen sollen künftig Vorträge stattfinden.

Der neue Lesesaal - modern möbliert und ausgestattet - liegt in dem alten Magazingebäude. „Er kann voraussichtlich erst ab 17. Oktober genutzt werden“, sagte Wiegand. Der alte technischen Lesesaal, einst Aktenausgabe mit Lesegeräte-Plätzen, wurde mit Vitrinen bestückt und so zur Ausstellungsfläche.

Das Hauptstaatsarchiv gehört zum Sächsischen Staatsarchiv. Es verwahrt Akten des Freistaates sowie von Gerichten, Behörden und öffentlichen Einrichtungen in der Landesdirektion Dresden. Der Bestand umfasst den Angaben zufolge rund 47.000 laufende Meter Akten und Amtsbücher, rund 53.000 Urkunden, fast 370.000 Karten und Pläne sowie zahlreiche andere Archivalien. „Die Überlieferung reicht von einer Urkunde von 948 bis zu Papieren von 2006“, berichtete Wiegand. Pro Jahr werden über 9000 Benutzungen verzeichnet.

Mit Neu- und Altmagazin herrschen in den Archivräumen erstmals die nötigen klimatischen Bedingungen für Pergament und Papier - 50 bis 55 Prozent Luftfeuchtigkeit bei 18 bis 20 Grad Celsius. Im Altmagazin werden noch bis Ende November säurefreie Kartons, in denen die Dokumente aufbewahrt werden, exakt in der Reihenfolge geordnet wie vor dem Auszug. Insgesamt stapeln sich dann in den neun Etagen rund 300 000 Kartons.

Altes und neues Magazin fassen zusammen 54 Regalkilometer Archivgut und sollen bis 2020 reichen. Noch kommen rund 200 laufende Meter Papier pro Jahr dazu. Mit der Umstellung auf ein elektronisches Archiv für die künftigen Akten wird sich die Menge laut Wiegand aber reduzieren. Wenn Vorgänge zunehmend elektronisch bearbeitet würden, werde es kein Papier mehr geben. „Was in der Datenbank ist, ist dann das Verbindliche“, sagte Wiegand. „Brief, Siegel, authentisches Papier ist dann die authentische Datei.“

Simona Block, dpa

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