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Neue Kritik an Aufnahme der Wölfe ins Jagdrecht

Neue Kritik an Aufnahme der Wölfe ins Jagdrecht

Gegen eine Aufnahme des Wolfes in Sachsens Jagdrecht regt sich bei Natur- und Umweltschützern weiter Kritik. Dies wäre weder für Jäger noch Wölfe „von irgendeinem Nutzen“, sondern „völlig unsinnig“, erklärte der Chef des NABU-Landesverbandes Sachsen, Bernd Heinitz, am Montag in Leipzig.

Leipzig. Die Wölfe seien ohnehin streng geschützt und dürften nicht geschossen werden. Umweltminister Frank Kupfer (CDU) hatte am Samstag die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht in Aussicht gestellt. Er sieht Jäger allerdings mehr als eine Art „Wolfsmanager“ bei der Hege in der Pflicht. „Der Wolf ist und bleibt eine streng geschützte Tierart, die nicht gejagt werden darf“, betonte Kupfer.

Während der Landesjagdverband den Vorschlag begrüßte, meldeten die Grünen am Wochenende umgehend Protest an. Am Montag reihte sich neben dem NABU auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in die Reihe der Kritiker ein. Kupfers Begründung sei mehr als widersinnig, urteilte BUND-Landesgeschäftsführer Wolfgang Riether. „Der Wolf wird als „jagdbares“ Tier eingestuft, aber soll gleichzeitig auch künftig ganzjährig geschützt sein. Warum soll der Wolf jagdbar sein, wenn er gar nicht gejagt werden soll?“ Riether warf den Verantwortlichen vor, den Wolf zum Abschuss freigeben zu wollen. Die Aufnahme ins Jagdgesetz sei der erste Schritt dazu.

Heinitz ging davon aus, dass die Revierinhaber für die Hege des Wolfes gar nicht qualifiziert sind und die meisten von ihnen gar kein Interesse daran hätten. Beispiele wie der Feldhase oder das Rebhuhn belegten, „dass die Jäger mit dem Artenschutz überfordert sind und das Jagdrecht ihn sogar behindert“.

Derzeit leben rund 110 Wölfe in Sachsen, Brandenburg und Sachsen- Anhalt. Damit sind die Bestände zu klein, um bejagt zu werden. Wächst die Population aber stark an, könnte das Raubtier theoretisch auch gejagt werden. Das ist nach EU-Vorgaben dann der Fall, wenn mehr als 250 erwachsene Tiere in der Region leben würden.

dpa

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