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Neue Welterbe-Ambition aus Dresden für Gartenstadt Hellerau

Neue Welterbe-Ambition aus Dresden für Gartenstadt Hellerau

Architekturensemble statt Flusslandschaft: Zwei Jahre nach der Aberkennung des Welterbetitels für das Dresdner Elbtal gibt es eine neue Ambition auf das begehrte Unesco-Gütesiegel aus Sachsens Landeshauptstadt.

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Die Gartenstadt Hellerau - es gibt Pläne, für das Ensemble den Status als Weltkulturerbe zu beantragen.

Quelle: Sebastian Kahnert

Dresden. Eine Interessengemeinschaft strebt die Aufnahme der 100-jährigen Gartenstadt Hellerau fernab der Elbe in die Liste der Welterbestätten an. „Wenn so ein Ort der Architektur und Kunst das verdient hat, dann Hellerau“, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Werkstätten Hellerau GmbH, Fritz Straub, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Die „Sächsische Zeitung“ berichtete über einen „neuen Anlauf für das Weltkulturerbe“.

Es sei eine Initiative aus dem Viertel im Norden der Stadt, von Bürgern, die dort wohnten und arbeiteten, erklärte Straub. Zu den Enthusiasten gehören der Bürgerverein und das Festspielhaus Hellerau. „Die Initiative ist an die Stadt herangetreten, wir sind in Kontakt“, sagte Rathaussprecher Kai Schulz. Konkrete Planungen seitens der Kommune gebe es derzeit nicht. Die Stadt müsste aber den Antrag bearbeiten und einreichen. „Da sind wir noch lange nicht.“ Auch sei eine politische Entscheidung im Stadtrat Voraussetzung. Dort wurde die Hellerauer Initiative aber noch nicht mal aufgegriffen.

Straub sieht das anders. „Wir wollen auf die Nominierungsliste und den Vorantrag abgeben.“ Von der Stadt brauchten sie die Aussage, dass sie das nicht behindere. Der Freistaat will künftige Bewerbungen um den Welterbetitel vorauswählen. Unterlagen können vom 24. Oktober an beim Innenministerium eingereicht werden, eine Expertenkommission begutachtet dann die Erfolgsaussichten. Sachsen kann bis Herbst 2012 zwei neue Projekte für die nationale Vorschlagsliste anmelden. Bisher bekannt sind auch Initiativen für die historische Innenstadt von Görlitz, das Umgebindeland Oberlausitz, die Leipziger Notenspur und die Sächsisch-Böhmische Schweiz.

Im Dresdner Rathaus ruhte das Thema Welterbe seit dem Debakel mit dem Elbtal. Nach jahrelanger Diskussion hatte die Unesco 2009 die Flusslandschaft von der Liste gestrichen, weil die Stadt gegen den Widerstand der UN-Kulturorganisation den Bau der umstrittenen Waldschlößchenbrücke forcierte. Nach Unesco-Auffassung zerschneidet das Bauwerk die Kulturlandschaft irreversibel. Eine Diskussion, Teile wie die barocke Altstadt herauszulösen und neu zur Aufnahme zu stellen, verlief danach im Sande. Unterdessen spannt sich schon die Stahlkonstruktion der Waldschlößchenbrücke über den Fluss.

Die Anschlüsse einschließlich eines Tunnels haben bereits mehr als Kontur, Abschnitt für Abschnitt wird die Fahrbahn betoniert. Ob aber die zuletzt für das Frühjahr 2012 avisierte Verkehrsfreigabe gehalten werden kann, ist offen. Momentan streiten die Baufirmen mit der Stadt um Nachforderungen in Millionenhöhe. Planungen und Prozesse hatten den Bau mehrfach verzögert und die geplanten Kosten von 137 Millionen Euro auf bis zu 182 Millionen Euro erhöht. Seit Jahren schwelt zudem ein juristischer Streit um das Projekt. Das Oberverwaltungsgericht will im Oktober über die Klage dreier Naturschutzverbände gegen den Planfeststellungsbeschluss entscheiden, mit dem der Bau genehmigt wurde. Direkt oder auf dem Umweg kann es dann in eine neue Runde gehen - beim Bundesverwaltungsgericht.

Das Welterbekomitee hatte in Sevilla zwar auf die grundsätzliche Möglichkeit einer Dresdner Neubewerbung verwiesen. Die Aussichten auf Erfolg wurden aber als gering eingeschätzt. „Eine Wiederaufnahme in die Welterbeliste würde anderen Staaten signalisieren, dass eine Verletzung der Schutzkriterien keine negativen Folgen nach sich ziehen muss“, hieß es. Für Deutsche Werkstätten-Chef Straub hat die Hellerauer Ambition nichts mit dem Debakel zu tun. Er erfahre in- und außerhalb von Dresden nur Zuspruch. „Mit jedem Schritt bin ich mehr überzeugt, dass wir eine echte und sehr reelle Chance haben.“

Simona Block, dpa

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