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Neuer Leiter in Clausnitzer Asylunterkunft – Landrat sieht keine Verfehlung

Rechter Mob Neuer Leiter in Clausnitzer Asylunterkunft – Landrat sieht keine Verfehlung

Thomas H. ist nicht mehrt Leiter der Asylunterkunft in Clausnitz. Wie Landrat Matthias Damm (CDU) am Montag erklärte, wurde H. „zum Schutz seiner Person“ innerhalb des Betreiberunternehmens versetzt.

Die Polizei brachte die Flüchtling zum Teil unter Zwang in die Unterkunft.
 

Quelle: dpa

Leipzig/Clausnitz.  Die am Donnerstag von einem rechten Mob belagerte Asylunterkunft im sächsischen Clausnitz erhält einen neuen Leiter. Das erklärte Landrat Matthias Damm (CDU) am Montag in einer schriftlichen Mitteilung. Dem bisherigen Verantwortlichen Thomas H. werde innerhalb des Betreiberunternehmens eine neue Aufgabe zugewiesen. „Wir haben die Entscheidung zum Schutz seiner Person und durch die bundesweite Diskussion über ihn getroffen“, so Damm. Der Unionspolitiker betonte auch noch einmal, dass „der bisherige Leiter eine nicht zu beanstandende Arbeit vorweisen kann.“ Wer die Funktion endgültig übernimmt, entscheide sich in Kürze.

Nachdem Clausnitzer Anwohner die Asylunterkunft in dem Orstteil von Rechenberg-Bienenmühle belagert hatten, war Thomas H. bundesweit in die Kritik geraten. Er soll Mitglied der rechtspopulistischen AfD sein und war am 3. November auf einer Demonstration der Partei vor dem Landratsamt in Freiberg als Redner aufgetreten. In seiner Ansprache warnte H. unter anderem vor dem „ungezügelten 100.000-fachen Einmarsch von Wirtschaftsflüchtlingen“, der in seinen Augen ein „Verbrechen an der deutschen Nation“ darstelle.

Unklar ist bisher noch, welchen Anteil der Heimleiter am Zustandekommen der fremdenfeindlichen Proteste vor der Clausnitzer Unterkunft hat. Nach MDR-Recherchen wurde der Mob zumindest vom Bruder des Einrichtungsleiters mitorganisiert. In einem auszugsweise vorab gezeigten Interview des Fernsehmagazins „Exakt“ drückte Karsten H. sein Bedauern aus. Man habe nur eine ruhige Demonstration gewollt und zum Ausdruck bringen wollen, dass man nicht mit der Asylpolitik in Deutschland einverstanden sei, hieß es.

Informationskette soll überprüft werden

Am Montag kündigte der Landkreis Mittelsachsen an, die Vorgänge zu überprüfen. Dabei sollen beispielsweise auch „Fragen der Informations- und Kommunikationskette analysiert werden“, hieß es aus Freiberg. Landrat Damm verurteilte die Art des Protestes: „Eine ablehnende Minderheit vermittelt ein Menschenbild, welches unserer Region überhaupt nicht entspricht“, so der Unionspolitiker.

Bei der Ankunft der 20 Asylbewerber in Clausnitz am Donnerstagabend hatten etwa 100 Personen versucht, das Eintreffen zu verhindern. Nachdem eine Blockade des Busses nicht gelang, postierte sich die aggressive Menge vor dem Eingang der Flüchtlingunterkunft in Clausnitz und skandierte „Wir sind das Volk“ in Richtung der Businsassen. Die Polizei sprach Platzverweise aus, erntete dafür aber nur Gelächter.

Die Beamten forderten anschließend die völlig verängstigten und zum Teil weinenden Flüchtlinge auf, an der Menge vorbei in die Asylunterkunft zu gehen. Drei der Asylbewerber wurden von den Polizisten unter Zwang aus dem Bus gezogen, darunter auch Minderjährige.

Von mpu

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