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Neuer Regen in Sachsen befürchtet - 38-Jähriger bei Aufräumarbeiten von Flutwelle getötet

Neuer Regen in Sachsen befürchtet - 38-Jähriger bei Aufräumarbeiten von Flutwelle getötet

Dresden. „Im Moment sind alle unsere Mitarbeiter mit Aufräumarbeiten beschäftigt“, lautet die Bandansage am Telefon. Bei Damino, einem Textilunternehmen im sächsischen Großschönau, ist auch am Donnerstag niemand zu sprechen.

In den Hochwassergebieten wird weiter Schlamm geschippt, wird verdorbener Hausrat entsorgt, werden Schäden aufgelistet.

In fieberhafter Eile sind zudem Experten und freiwillige Helfer dabei, aus Bach- und Flussläufen das zu bergen, was die Fluten am vergangenen Wochenende alles mit sich gerissen haben: Autos, Waschmaschinen, Baumstämme, Geröll. Allen sitzt die Zeit im Nacken, weil neue Niederschläge angesagt sind.

Mitten in den Aufbruch platzte die tragische Nachricht, dass die Flut ein viertes Todesopfer gefordert hat. In Werdau starb ein 38- Jähriger. Er wollte mit Kollegen einen kleinen Kanal von Treibgut befreien und wurde dabei von einer Welle überrascht, die von einigen höher gelegenen Teichen herabschoss.

Sachsens Hochwasserzentrum ist angesichts der schlechten Wetteraussichten seit Donnerstag wieder rund um die Uhr besetzt. Dort laufen alle Messdaten von Pegeln zusammen, im Ernstfall werden Hochwasserwarnungen mit Prognosen herausgegeben. Der Einsatzplan für die Frauen und Männer um Chef Uwe Höhne ist vorsorglich bis zum Ende kommender Woche gestrickt. Entwarnung könne man immer noch geben - doch man wolle gerüstet sein, hieß es.

„Vorsicht“ und „vorsichtshalber“ sind Worte, die in Sachsen nach der Katastrophe des vergangenen Wochenendes jetzt oft in den Mund genommen werden. Die Stadt Chemnitz hat ihren Hochwasserschutzplan geändert. Die Bewohner an den Flüsschen Würschnitz, Zwönitz und Chemnitz werden künftig vor drohender Gefahr per Lautsprecherwagen früher gewarnt als bisher. „Auch wenn damit des öfteren umsonst gewarnt wird“, meint Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD). Und Dresdens Stadtverwaltung hat vorsorglich mitgeteilt, wo die Elbanlieger zur Eigenvorsorge Sandsäcke kaufen können.

Während die Experten über Messdaten sitzen und in Behörden Notfallpläne nochmals überprüft werden, gehen die Blicke der Menschen immer wieder gen Himmel. Regen ist nicht gleich Regen, haben die Sachsen am vergangenen Wochenende einmal mehr erfahren. Die Intensität der Niederschläge und des Hochwassers hatte trotz Vorwarnungen sogar die Fachleute überrascht. An der Elbe etwa gab es eine völlig neuartige Situation. Zwischen Decin (Tschechien) und Schöna an der deutsch-tschechischen Grenze strömte durch Nebenflüsse derart viel Wasser in die Elbe, dass Prognosen nicht mehr zutrafen.

In den Meldungen des Hochwasserzentrums heißt es auch am Donnerstag wieder: „Verfolgen Sie weiter intensiv die Entwicklung der meteorologischen und hydrologischen Lage.“ Mit Blick auf das Wasser ist auch wieder zu lesen: „Tendenz steigend“. Betroffen ist etwa die Weiße Elster mit ihren Nebenflüssen - vom Vogtland bis nach Leipzig. Auch für die Mulde und ihre Nebenflüsse wird gewarnt. Die Alarmstufe 3 kann örtlich überstiegen werden. Das bedeutet Wachdienst. Deiche, Wehre und Wasserläufe werden ständig beobachtet. Die Vorbereitungen für einen möglichen Katastrophenfall laufen dann an. Sensibilisiert sind die Sachsen jetzt ohnehin.

dpa

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