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Neues Faltboot aus Pouch: Nachfolger für RZ 85 und Co. aus Carbon geplant

Neues Faltboot aus Pouch: Nachfolger für RZ 85 und Co. aus Carbon geplant

Für Wasserwanderer ist ein Faltboot aus Pouch (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) fast schon Kult. Nun bringt die Firma eine neue Generation der zerlegbaren Wasserfahrzeuge heraus.

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Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der TU Chemnitz, Holger Seidlitz und Lars Ulke-Winter, sowie die Studenten Colin Gerstenberger und Meike Röhrkohl (v.l.) präsentieren ein neuartiges Carbon-Boot.

Quelle: dpa

Pouch/Chemnitz. „Ende September wird der Prototyp zu seiner Jungfernfahrt auf dem Goitzsche-See starten und im Januar 2012 auf der Messe ’boot Düsseldorf’ einem größeren Fachpublikum vorgestellt“, sagt der Inhaber der Poucher Boote GmbH, Ingolf Nitschke. Das Wasserfahrzeug wurde in zweijähriger Forschungsarbeit gemeinsam mit Wissenschaftlern und Studenten der Technischen Universität Chemnitz entwickelt.

Förderung gab es über das Zentrale Innovationsprogramm für den Mittelstand (ZIM) des Bundeswirtschaftsministeriums. Während die Mitarbeiter der Firma sich um die Bootskonstruktion kümmerten, wurde an der Hochschule der Materialeinsatz geprüft. „Das Gerüst des Bootes ist aus einem speziellen Verbundmaterial auf Carbonbasis gefertigt“, sagt Forschungsleiter Holger Seidlitz von der TU. „Der Vorteil gegenüber der traditionellen Holzbauweise ist, dass das Carbonfaltboot mit 20 Kilogramm um die Hälfte leichter ist.“

„Das ist mit Abstand eines der leichtesten Carbonfaltboote, die es bislang gibt“, sagt Redakteur Dieter Reinmuth von der Zeitschrift „Kanu-Sport“, dem Verbandsmagazin des Deutschen Kanu-Verbandes (Duisburg). „Für die Firma Pouch ist das ein Quantensprung.“ Das Transportgewicht für Faltboote spiele beim heutigen Reiseverhalten, insbesondere bei Flugreisen, eine wichtige Rolle.

Insgesamt wurden 26 Bootseinzelteile neu entwickelt und in einem speziellen Verfahren, bestehend aus einem Schaumstoffkern, drei bis vierlagigem Kohlefasergewebe und Epoxidharz-Füllung, gefertigt. „Diese Materialkombination wurde weltweit zum ersten Mal bei einem Faltboot eingesetzt“, sagt der Forschungsleiter. Bei herkömmlichen Carbonfaltbooten seien die ursprünglichen Holzteile einfach nur durch Carbon ersetzt worden.

„Mein Part waren Materialvergleiche der neuen Bootshaut zur herkömmlichen Bootsbespannung und die Konstruktion der Seitenbordwände des Carbon-Gerüstes“, sagt Studentin Meike Röhrkohl. Sie hatte zusammen mit ihrem Mitstudenten Colin Gerstenberger am Faltbootprojekt gearbeitet. Das Duo absolvierte vor einigen Tagen die erste Testfahrt auf dem Schlossteich in Chemnitz. „Die Probefahrt war eine aufregende Sache, da man erleben konnte, dass aus den anfänglichen Skizzen, Ideen und 3D-Modellen ein ’seetaugliches’ Faltboot entstanden ist“, sagt Gerstenberger.

Mit der Produktion des neuen Bootes beginnt der Elf-Mann-Betrieb in Pouch im März 2012. „Der Preis steht noch nicht fest, er wird sich aber im Bereich der konventionellen Faltboote bewegen“, sagt Nitschke. „Wenn alles gut läuft, könnten dann noch ein bis zwei weitere Leute eingestellt werden.“ Insgesamt baut der Betrieb sieben Faltboottypen und verkauft jährlich etwa 300 Boote. Davon geht ein großer Teil nach Deutschland. Zudem gibt es Exporte nach Schweden, die Schweiz, England sowie in die USA und die Beneluxstaaten.

Der Betrieb in Pouch fertigt seit 1953 Faltboote. Zu DDR-Zeiten produzierten 65 Beschäftigte pro Jahr rund 7000 Boote. 1991 wurde der Betrieb privatisiert. Heute präsentiert sich die Firma als „gläserne Werkstatt“ mit einem Faltbootmuseum für die Besucher. Neben dem Unternehmen in Sachsen-Anhalt gibt es in Deutschland noch in Rosenheim (Bayern) einen Hersteller von Faltbooten.

Thomas Schöne, dpa

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