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Neues Jagdgesetz in Sachsen: Wolf wird mit gesonderter Verordnung aufgenommen

Neues Jagdgesetz in Sachsen: Wolf wird mit gesonderter Verordnung aufgenommen

Der streng geschützte Wolf wird in Sachsen nach den Plänen des Umweltministeriums ins neue Jagdrecht des Freistaates aufgenommen. Sein Schutz werde in einer Verordnung zum neuen Gesetz verankert, teilte Minister Frank Kupfer (CDU) am Dienstag in Dresden mit.

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Quelle: dpa

Dresden/Leipzig. Über die Verordnung solle erreicht werden, dass sich alle Jäger für das gefährdete Raubtier engagieren müssen und sich an der Aufsicht und Beobachtung der Tiere beteiligen.

Die Landesregierung folgt damit einem Vorschlag des Landesjagdverbandes Sachsen, der in den vergangenen Wochen für hitzige Diskussionen mit teils polemischen Äußerungen zwischen Jägern und Naturschützern gesorgt hatte.

Naturschützer halten Novelle für überflüssig

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) kritisierte den Entwurf in einer ersten Reaktion scharf: „Es geht ja nicht nur um den Wolf. Im Jagdrecht sind mittlerweile viele Arten, die dort aus unserer Sicht nichts drin zu suchen haben“, sagte Magnus Wessel vom NABU in Berlin gegenüber LVZ-Online. „Die anvisierte Regelung macht die ganze Angelegenheit intransparent. Zukünftig muss man nun in drei Gesetze gucken statt in eins. Auch die Schadensregulierung – also falls ein Wolf tatsächlich mal ein Schaf reißt – bleibt ungeklärt.“

Die Naturschützer halten eine Neuregelung zudem für überflüssig, weil die Jäger auch vorher schon die entsprechenden Kompetenzen gehabt hätten, um sich an der Aufsicht und Pflege der Wölfe zu beteiligen. „Jetzt zerstört man bestehende Strukturen und es wird für uns schwieriger, am Wolfs-Monitoring teilzunehmen“, fürchtet Wessel um den Einfluss der Natur- und Tierschützer.

Forstamt Leipzig: Kompetenz der Jäger wird genutzt

All dies weist man beispielsweise beim Forstamt der Stadt Leipzig zurück. „Die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht wäre grundsätzlich zu begrüßen, weil damit die Kompetenz der Jäger in diesem Bereich endlich genutzt werden“, sagte Förster Benito Messing. Die Regelung sei notwendig, weil die Jägerschaft – die sich selbst im Übrigen auch als Naturschützer verstehen -  nur auf diese Weise die sogenannte Hegeverpflichtung innerhalb des Jagdrechts übernehmen könnten. Die Befürchtung, dass Vertreter der Naturschutzverbände nun ausgeschlossen würden, sieht Messing nicht. „Das ist unbegründet. Vorher war das Gegenteil der Fall. Die Jäger wurden ausgeschlossen, obwohl sie diejenigen sind, die sich vor Ort auskennen“.

Der Entwurf des neuen Jagdgesetzes geht jetzt zunächst ins Anhörungsverfahren. 

In den nächsten sechs Wochen können sich alle Interessensgruppen zu dem Entwurf äußern. Das noch geltende Gesetz war 1991 verabschiedet worden. Das neue Regelwerk soll laut Landesregierung geänderten Anforderungen auf EU-Ebene, aber auch neuen Regelungen beim Tier- und Artenschutz Rechnung tragen. Eine Verabschiedung des Gesetzes ist für kommendes Frühjahr anvisiert.

Mit Abschüssen von Wölfen ist nicht zu rechnen

Dem neuen Gesetz zufolge werden unter anderem Abschusspläne für Rehwild passé sein. Jäger und Jagdgemeinschaften sollen allein über die Bestandspflege entscheiden. Abschüsse können dann online gemeldet werden, so dass weniger Bürokratie nötig ist. Bei der Jagd von Wasservögeln darf laut Entwurf nicht länger bleihaltige Schrotmunition verwendet werden, damit sich beispielsweise Seeadler beim Verspeisen von toten oder angeschossenen Tieren nicht mehr vergiften können. Verboten werden Totschlagfallen, und wildernde Hunde dürfen nur noch mit Genehmigung der Jagdbehörde geschossen werden.

Mit Abschüssen von Wölfen ist laut sächsischer Landesregierung nicht zu rechnen. Minister Kupfer geht sogar davon aus, dass sich der Lausitzer Wolf nach und nach über ganz Sachsen ausbreiten wird. Und auch Tierschützer Wessing sagt: „Der Wolf bleibt auch unter europäischem Schutz.“

loa/dpa

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