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Neues Schuljahr, alte Probleme: Schülerrat sieht deutlich mehr ausgefallene Stunden

Neues Schuljahr, alte Probleme: Schülerrat sieht deutlich mehr ausgefallene Stunden

An Sachsens Schulen ist nach Einschätzung des Landesschülerrats zuletzt deutlich mehr Unterricht ausgefallen als offiziell angenommen. Dies habe eine eigene, nicht-repräsentative Untersuchung an mehr als 100 Schulen gezeigt, hieß es am Mittwoch.

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Neues Schuljahr, alte Probleme: Schüler kritisieren vor allem den hohen Stundenausfall. Mit einer eigenen Statistik wollen sie die Angaben des Kultusministeriums jetzt widerlegen.

Quelle: dpa

Dresden. Demnach sind im Erhebungszeitraum (18. bis 22. Juni 2012) knapp sieben Prozent der Unterrichtsstunden ausgefallen - das Kultusministerium ging zuletzt von durchschnittlich 3,6 Prozent aus.

Zum reinen Ausfall kommen laut Statistik des Landesschülerrates noch die Vertretungsstunden hinzu - noch einmal acht Prozent aller geplanten Unterrichtsstunden -, die teils auch von fachfremden Lehrern unterrichtet werden. „Die Zahlen sind nicht hinnehmbar“, sagte der Vorsitzende des Landesschülerrates, Konrad Degen. Besonders oft sei der Unterricht an Mittelschulen ausgefallen (8,2 Prozent), gefolgt von Gymnasien und Förderschulen mit jeweils rund 6,7 Prozent.

Rund eine Woche nach Beginn des neuen Schuljahres kritisierten die Schüler am Mittwoch erneut die Zustände. „Das neue Jahr hat so begonnen, wie das alte aufgehört hat - mit Problemen“, sagte Degen. Schon an den ersten Tagen sei Unterricht ausgefallen, mancherorts habe der Klassenlehrer gefehlt, Kurse und Klassen seien zusammengelegt worden. Der Landesschülerrat widersprach damit Darstellungen von Kultusministerin Brunhild Kurth (parteilos), die den Unterricht zu Beginn des neuen Schuljahres für abgesichert erklärt hatte. Stattdessen herrsche an vielen Schulen Verunsicherung und Chaos, hieß es.

Das Kultusministerium nannte die Vorwürfe zum Schulstart haltlos und pauschal. „Das Jahr hat aus unserer Sicht gut begonnen“, sagte ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Lehrer, die kurzfristig ausfallen, könnten durch Honorarkräfte ersetzt werden. Auch freiwerdende Stellen würden wieder besetzt. Allein im September sei die Anstellung von 110 neuen Lehrern geplant. Damit könne man im neuen Schuljahr deutlich flexibler reagieren. „Im vergangenen Jahr waren uns die Hände gefesselt“, hieß es.

Die Statistik des Landesschülerrates zum Unterrichtsausfall sei zwar unzulänglich, erklärte das Ministerium. Dennoch stimme man mit den Schülern überein, dass man mit dem vergangenen Jahr nicht zufrieden sein könne.

SPD-Bildungsexpertin Eva-Maria Stange erklärte, die Schüler hätten der Regierung ein „Armutszeugnis“ ausgestellt - sowohl für eine falsche Darstellung des Unterrichtsausfalls als auch für die mangelnde Unterrichtsversorgung mit Lehrkräften. Stange befürchtet für dieses Schuljahr noch eine Verschärfung der Situation: „Die Zahl der Schüler steigt, die Lehrerstellen sinken.“

Durch den Lehrer-Warnstreik am vergangenen Freitag sind an den öffentlichen Schulen in Sachsen insgesamt 47 655 Stunden und damit fast die Hälfte des Unterrichts ausgefallen. Mit dem Warnstreik wollten die Lehrerverbände für einen Generationen-Tarifvertrag demonstrieren. Dabei geht es vor allem um eine Altersteilzeitregelung, die ermöglichen soll, dass mehr junge Pädagogen eingestellt werden.

dpa

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