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„Nichts wie weg“ - Fahrerflucht aus Angst vor Folgen

„Nichts wie weg“ - Fahrerflucht aus Angst vor Folgen

Schrammen in der Tür, abgefahrene Spiegel, schwere Verkehrsunfälle - immer wieder flüchten Schuldige, ohne sich um Verletzte oder Schäden zu kümmern. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa bei verschiedenen Polizeidirektionen in Sachsen ergeben.

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Quelle: André Kempner

Dresden. 2008 gab es sachsenweit rund 21.700 Verkehrsunfälle, bei denen Personen zu Schaden kamen. Mehr als 1060 Verursacher begingen dabei Fahrerflucht. Zahlen für 2009 liegen noch nicht vor. Bei den 9760 Unfällen mit Sachschaden verließen knapp fünf Prozent der Autofahrer den Ort des Geschehens unbemerkt.

„Am häufigsten haben wir es mit Parkplatz-Remplern zu tun“, erklärte Wolfgang Kießling von der Polizeidirektion Oberes Elbtal- Osterzgebirge. Beim Ein- oder Ausparken im Einkaufsgedränge werde häufig ein Spiegel übersehen oder eine Beule in das Nachbarauto gefahren. „Das ist kein Dumme-Jungen-Streich und kein Kavaliersdelikt“, warnte Kießling. Bei Fahrerflucht handele es sich um eine Straftat, der ein Ermittlungsverfahren folge - selbst bei Bagatellschäden. Wer ein anderes Auto beschädigt hat, sollte auf jeden Fall eine Nachricht mit Telefonnummer und Namen hinterlassen.

Die Polizeidirektion Westsachsen verzeichnete im Vorjahr rund 3000 Fahrerfluchten, ähnlich wie 2008. „Angst vor der Entdeckung anderer Vergehen treibt viele zur Flucht“, erklärte ein Sprecher. Ein gestohlenes Auto, Fahren ohne Führerschein oder unter Alkoholeinfluss seien oftmals Grund genug, einfach abzuhauen. Die Polizei in Leipzig macht eine sinkende Verkehrsmoral aus: Die Zahl der Flüchtigen ist innerhalb eines Jahres um etwa 200 auf rund 3500 gestiegen. „Polizei hinzuziehen, Fotos machen, Zeugen suchen“, raten die Beamten den Betroffenen. In Dresden konnten im Vorjahr so immerhin vier von zehn Unfallfluchten aufgeklärt werden.

„Nichts wie weg“ - nach diesem Motto verhielten sich flüchtende Unfallverursacher, sagte Professor Jürgen Hoyer vom Lehrstuhl Klinische Psychologie an der TU Dresden. Es gebe immer diesen ersten Impuls, vor unangenehmen Situationen wegzulaufen. In der Regel denken die meisten Menschen aber an die langfristigen Folgen und stellen sich lieber der Situation. „Das hat etwas mit Selbstkontrolle zu tun“, so Hoyer. Wer allerdings nicht gelernt habe, Verantwortung zu übernehmen, verfahre eher nach dem Prinzip „Nach mir die Sintflut“.

Umfrage: Christiane Raatz, dpa

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