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Norovirus-Alarm: Schon 2224 Sachsen erkrankt

Magen-Darm-Infektionen Norovirus-Alarm: Schon 2224 Sachsen erkrankt

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen: In Sachsen ist die Zahl der Norovirus-Erkrankungen in den vergangenen sechs Wochen deutlich angestiegen.

Noro-Virus-Erkrankungen nehmen im Winter deutlich zu.

Quelle: dpa

Leipzig. Gerade im Winter treibt das Norovirus sein Unwesen. Auch in Mitteldeutschland klagen immer mehr über Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Nach drei Tagen ist der Spuk meistens vorbei. In Sachsen hat die Zahl der Magen-Darm-Erkrankungen in den vergangenen sechs Wochen deutlich zugenommen. Laut Angaben des Sozialministeriums in Dresden wurden seit Ende Oktober bis Anfang diese Woche landesweit 2224 virusbedingte Durchfall-Erkrankungen erfasst. Rund 80 Prozent der Fälle gingen auf das Konto von Noroviren. Im Vorjahr traten im gleichen Zeitraum weniger Fälle auf. 2103 gab es hingegen deutlich mehr (2436).

Auch im Freistaat Thüringen ist laut den Angaben des Gesundheitsministeriums in Erfurt ein Anstieg zu verzeichnen. In den  vergangenen sechs Wochen seien 1030 laborbestätigte Noroviren-Fälle registriert worden. Zudem gebe es weitere 2672 Fälle ohne Laboruntersuchung, die aber einen Zusammenhang aufweisen. Die Erkrankungen in Thüringen treten in diesem Jahr relativ früh auf, so ein Ministeriumssprecher.

„Norovirus-Erkrankungen sind in den kalten Jahreszeiten prinzipiell nichts Seltenes“, sagt Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU). In diesem Jahr scheine das Virus allerdings sehr aktiv zu sein. In der vergangenen Woche war der Anstieg der Erkrankungsfälle in Sachsen besonders groß, wobei es starke regionale Unterschiede gibt. Ausreißer nach oben sind den Angaben zufolge die Landkreise Leipzig und Meißen.

Epidemien hängen von genetischer Variabilität ab

Das Virus ist extrem ansteckend. Vor allem wird es durch verunreinigte Hände von Mensch zu Mensch übertragen. Es kann sich auch über kontaminierte Flächen – zum Beispiel Waschbecken – ausbreiten. Durch sorgfältiges Händewaschen ließen sich Ansteckungen verhindern, so Ministerin Klepsch. Dass es zu mehr oder weniger stark ausgeprägten Norovirus-Wellen oder gar Epidemien komme, hänge nicht nur von der Abwehrsituation in der Bevölkerung, sondern auch von der genetischen Variabilität – also den krankmachenden Eigenschaften – des Virus’ ab.

Besonders schnell breitet sich die hochansteckende Infektionskrankheit dort aus, wo Menschen in größerer Gemeinschaft leben. Insbesondere in Kindertagesstätten, Altenheimen, Schulen und Krankenhäusern. Das Norovirus führt zu starkem Flüssigkeitsverlust und ist deshalb vor allem für Kleinkinder, alte Menschen und geschwächte Personen gefährlich. Im vergangenen Jahr registrierte das Robert-Koch-Institut 21 Todesfälle. Betroffen waren besonders geschwächte Personen im hohen Alter, hieß es.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rät zur Prävention. Während der Erkrankung sollte man zum Beispiel nicht für andere Essen zubereiten. Wer sich zu Hause um einen Erkrankten kümmert, sollte dabei sehr auf die Hygiene achten. Beim Reinigen des Bades, aber auch von Türgriffen, trägt man am besten Gummihandschuhe. Desinfektionsmittel sind nach Angaben der Bundeszentrale nicht erforderlich. Es empfiehlt sich, Kleidung, Bettwäsche und Handtücher bei einer Temperatur von mindestens 60 Grad zu waschen.

Noroviren wurden im Jahr 1972 entdeckt. Immer wieder werden auch neue Formen der Erreger gefunden. Sie sind sehr resistent gegen Umwelteinflüsse wie Temperaturschwankungen und können länger als zwölf Tage auf verunreinigten Flächen ansteckend bleiben.

Andreas Dunte und Andreas Debski

Leipzig 51.339695 12.373075
Leipzig
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