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Nur jeder vierte Baum in Thüringen ist gesund - Waldschäden haben zugenommen

Nur jeder vierte Baum in Thüringen ist gesund - Waldschäden haben zugenommen

Die extreme Trockenheit im Frühjahr hat Thüringens Wäldern zugesetzt. Der Anteil der Waldflächen, die deutliche Schäden aufweisen, ist auf 36 Prozent gestiegen.

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Die extreme Trockenheit im Frühjahr hat Thüringens Wäldern zugesetzt. Der Anteil der Waldflächen, die deutliche Schäden aufweisen, ist auf 36 Prozent gestiegen. (Symbol- und Archivfoto)

Quelle: dpa

Erfurt. Das geht aus dem Waldzustandsbericht hervor, den Agrarminister Jürgen Reinholz (CDU) am Montag in Erfurt vorlegte. Im vergangenen Jahr lag der Anteil noch bei 32 Prozent. „Die größten Sorgen machen uns die Laubwälder“, sagte der Minister. Zudem gibt es ein Nord-Süd-Gefälle:

Lichte Kronen haben die Bäume vor allem in Nord- und Ostthüringen. Besser sieht es in den südlichen Regionen aus - wegen des höheren Fichtenanteils, aber auch der besseren Wasserversorgung.

2011 soll das trockenste Frühjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1893 gewesen sein. In Thüringen wächst auf mehr als einer halben Million Hektar Wald. Das entspricht etwa 35 Prozent der Landesfläche.

Die aufwendige Inventur ergab: Nur jeder vierte Baum in Thüringen ist ganz gesund. Starke Schäden weisen vor allem Eichen, Buchen und Kiefern auf. Richtig krank sind seit diesem Jahr die Eschen, denen ein wahrscheinlich aus Osteuropa eingewanderter Pilz das Sterben auf Raten bringt.

64 Prozent der größeren Eschenbestände, die sich vor allem durch die Mitte Thüringens von West nach Ost ziehen, seien durch die Pilzerkrankung geschädigt. Sie lässt die Blätter welken und die Bäume absterben. Eine Bekämpfung des Pilzes, der noch kaum erforscht ist, sei derzeit nicht möglich, sagte Reinholz. „Wir hatten eigentlich gehofft, dass das sogenannte Eschen-Triebsterben an Thüringen vorbeigeht.“. In anderen Bundesländern sei es schon früher aufgetreten.

Nach Angaben der Forstexperten war die Esche seit 1990 häufig für Aufforstungen genutzt worden. Sie sei eine „Pionierbaumart“, die anderen Arten den Weg ebnet. Ihr Anteil insgesamt sei aber nicht sehr hoch - zwischen drei und fünf Prozent, wird geschätzt. Thüringen habe den Einsatz der Esche beim Waldumbauprogramm wegen der aktuellen Probleme vorerst gestoppt, sagte Reinholz.

Bei der Waldinventur wurden mehr als 8000 Bäume untersucht. Dabei ging es vor allem um den Zustand der Kronen. 23,3 Prozent der Bäume weisen mittelschwere Kronenschäden auf - es fehlen Blätter oder Nadeln. „Der Kronenzustand ist ein Indiz für die Fitness der Bäume“, erklärte einer der Fachleute aus dem Ministerium. Unter den Buchen haben 28,6 Prozent Kronenschäden, bei den Eichen sogar 29,3 Prozent und bei Kiefern 27,3 Prozent. Bei der Fichte, der häufigsten Baumart in Thüringen, liegt der Anteil der geschädigten Bäume dagegen nur bei 18,7 Prozent.

Reinholz bekräftigte das Ziel, langfristig 100 000 Hektar Wald in Thüringen umzubauen. Geschaffen werden sollen Mischwälder, die dem Klimawandel sowie Schädlingen und Umwelteinflüssen besser standhalten können als Monokulturen. Fortgesetzt würde die Kalkung der Wälder - in diesem Jahr seien es 5400 Hektar.

„Die „grüne Lunge“ leide unter den Umweltfolgen der vergangenen Jahrzehnte, erklärte der Grünen-Abgeordnete Dirk Adams. Die sauren Waldböden seien eine Hypothek für die Zukunft. Der Linke-Abgeordnete Tilo Kummer warf der Landesregierung vor, dass die Vorsorge für den Wald unzureichend sei. Wie Adams vermutet auch Kummer eine mögliche Ursache für den schlechteren Zustand der Wälder in großen Infrastrukturprojekten wie der Thüringer-Wald-Autobahn.

dpa

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