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Offizin Andersen Nexö: Gläubiger stimmen am 11. November über Insolvenzplan ab

Offizin Andersen Nexö: Gläubiger stimmen am 11. November über Insolvenzplan ab

Bei der Traditionsdruckerei Offizin Andersen Nexö (OAN) steht der Fahrplan für den Abschluss des Insolvenzverfahrens: Am 11. November sollen die Gläubiger über den Insolvenzplan abstimmen.

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Läuft trotz Insolvenz weiter: Die Druckerei von Offizin Andersen Nexö in Zwenkau.

Quelle: Andreas Döring

Zwenkau. Mit weniger Mitarbeitern und abgespeckter Kapazität will OAN-Chef Stephan Treuleben das Unternehmen wieder flott machen. Bis Ende Januar, so hofft er, sollte das Insolvenzverfahren dann beendet sein.

Nach fast einem Jahr unter Gläubigerschutz will Treuleben das Unternehmen jetzt wieder aus der Insolvenz führen. "Wenn alles nach Plan läuft, könnte das Verfahren bis Ende Januar aufgehoben werden", sagte er gegenüber der LVZ. Zuvor muss er sich seine Pläne aber noch von den Gläubigern absegnen lassen. Die entscheidende Versammlung wurde jetzt vom Amtsgericht Leipzig für den 11. November angesetzt. Und weil mit großem Andrang gerechnet wird, wurde gleich der größte Sitzungssaal gebucht. Bei der ersten Gläubigerversammlung Anfang April hatte das Gericht noch einen kleineren Saal gewählt - und die Versammlung dann wegen Platzmangels kurzerhand in einen größeren Raum verlegt.

Dass das Gericht den von ihm vorgelegten Insolvenzplan weitgehend unverändert zugelassen hat, wertete Treuleben als gutes Zeichen. Dennoch rechnet er mit einer längeren Debatte. Schließlich geht es auch darum, auf wie viel Prozent ihrer Forderungen sie verzichten müssen. Welche Insolvenzquote der Plan vorsieht, wollte Treuleben nicht verraten. "Das sollen die Gläubiger nicht aus der Zeitung erfahren."

Klar ist dagegen, dass die Mitarbeiter große Opfer bringen müssen, wie die LVZ bereits vergangene Woche exklusiv berichtet hatte. Im Frühjahr gingen bei den beiden Töchtern Messedruck sowie Kunst- und Verlangsbuchbinderei (KuVe) in Leipzig-Baalsdorf bereits fast alle Jobs verloren: Messedruck machte ganz dicht, KuVe zog mit stark ausgedünnter Mannschaft in die Zentrale nach Zwenkau. Inzwischen wurde auch dort der Rotstift angesetzt. 40 der zuvor 220 Mitarbeiter mussten gehen, erhalten aber eine Abfindung. Insgesamt gingen in Zwenkau und Baalsdorf damit rund 150 der einst 330 Jobs verloren. Die 180, die bleiben, verzichten auf Urlaub und bezahlte Pausen.

OAN war im vergangenen Jahr kurz nach Weihnachten in die Insolvenz gerutscht. Wegen der Krise in der Druckbranche war dem Unternehmen des Geld ausgegangen. Die Gläubiger gaben dann aber grünes Licht für eine Sanierung in Eigenregie. Mit den Einschnitten will Stephan Treuleben das Unternehmen nun wieder auf Kurs bringen. "Wir haben die Insolvenz genutzt, um die Kapazitäten anzupassen", sagte er. Großes Lob sprach er dabei seinen Mitarbeitern aus, die die harten Einschnitte mittragen. Schließlich habe jeder einzelne den Kürzungen bei Urlaub und Pausen zugestimmt. "Das ist wirklich ein riesiger Beitrag der Belegschaft, der uns hilft, das Schiff über die Klippe zu bekommen und wieder eine Perspektive zu haben", so der OAN-Chef. "Mit der reduzierten Kapazität dürften wir künftig deutlich besser klarkommen", gab sich Treuleben zuversichtlich. "Jetzt bin ich optimistisch, dass wir die richtige Größe haben, um am weiter schwierigen Markt für Druckerzeugnisse Erfolg zu haben." Angesichts der sinkenden Nachfrage nach Druckerzeugnissen sei ein Gesundschrumpfen ohne Alternative.

Insgesamt, so rechnet Treuleben vor, habe er die Kapazität in Druckerei und Buchbinderei um 40 Prozent reduziert. Das Gros des Abbaus entfalle dabei auf die geschlossenen Standorte in Baalsdorf. Doch auch in Zwenkau hat er eine der Druckmaschinen ausgemustert, die anderen Anlagen will er nun nach und nach auf den neusten Stand bringen.

Mit dem laufenden Geschäft zeigte er sich zufrieden. "Angesicht der Insolvenz bewegt es sich im Rahmen unserer Planungen." Die eigenen Ziele habe man zwar nach dem Insolvenzantrag Ende 2012 zurückgeschraubt. "Aber das haben wir dann auch erreicht." Der Auftragseingang liege im Rahmen der eigenen Erwartungen. Die Buchbinderei, nach dem KuVe-Umzug jetzt in Zwenkau konzentriert, laufe sogar besser als geplant. "Das hat uns sehr erleichtert, dass dies trotz Insolvenz funktioniert."

Auch den Kundenstamm habe man halten können, sagte Treuleben erleichtert. "Trotz Insolvenz haben wir keine Kunden verloren." Mancher Auftrag sei aber kleiner ausgefallen als früher. "Das gibt aber Hoffnung, dass es nach Aufhebung der Insolvenz mindestens auf demselben Niveau weiterläuft. Vielleicht sogar etwas mehr."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.10.2013

Frank Johannsen

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