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Ombudsfrau betreut Angehörige der Opfer des Neonazi-Terrors

Ombudsfrau betreut Angehörige der Opfer des Neonazi-Terrors

Nach den Jahre zurückliegenden Morden der Zwickauer Neonazi-Terrorzelle werden die Angehörigen nun professionell betreut. Die frühere Berliner Ausländerbeauftragte Barbara John hat inzwischen ihre Arbeit als Ombudsfrau aufgenommen.

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Ombudsfrau Barbara John betreut die Angehörigen der Opfer des Neonazi-Terrors. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Berlin. „Ich hatte schon Kontakt zu vier Familien“, sagte sie am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. „Jahrelang ist über die Köpfe der Hinterbliebenen hinweg entschieden worden. Zudem sind sie lange alleine mit ihren Problemen und ihrem Schmerz gelassen worden. Es ist höchste Zeit, dass sich das ändert.“

Den Zwickauer Neonazis werden zehn Morde an Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie an einer Polizistin zur Last gelegt. Bei den Opfern der Gewalttaten und ihren Angehörigen handle es sich um etwa 60 Personen, berichtete John. „Wichtig ist, dass die Angehörigen wieder Sicherheit und Vertrauen in die Gesellschaft gewinnen können. Einige sind sogar selbst verdächtigt worden. Diese Entwürdigung muss entsetzlich für sie gewesen sein.“

Die Ombudsfrau soll den Betroffenen zur Seite stehen und sie bei der Bewältigung der Folgen der rechtsextremistischen Verbrechen unterstützen. „Ich verstehe mich auch als eine Art Türöffnerin“, sagte John. „Die Angehörigen haben ganz unterschiedliche Probleme - etwa bei der Wohnungssuche, bei der Suche nach einem Arbeitsplatz oder beim Aufenthaltsstatus. Vor allem macht ihnen aber die jahrelange Gleichgültigkeit zu schaffen.“ Auch bei Rentenansprüchen will sie zur Seite. „Viele wissen nicht, wie sie ihre Rechte den Behörden gegenüber vertreten sollen.“

Als „schlechtes Gewissen der Bundesrepublik“ wolle sie ihre Rolle nicht verstanden wissen, sagte John. „Klar, es ist auch viel versäumt worden. Es wird ja immer deutlicher, dass einzelne Hinweise bei Landesbehörden nicht zu den nötigen Reaktionen geführt haben.“ Wichtig sei darum die Vergegenwärtigung, in welches Leid die Familien gestürzt worden seien.

Auf die Ombudsrolle hatten sich Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), verständigt. Dies wurde im Dezember 2011 bekanntgegeben. „Ich werde die Aufgabe solange übernehmen, wie sie als hilfreich wahrgenommen wird“, sagte John.

John war von 1981 bis 2003 Ausländerbeauftragte des Berliner Senats. Sie ist weiterhin sozial engagiert, unter anderem als Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Berlin. Seit 2007 ist sie Vorsitzende des Beirats der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Außerdem ist sie Mitglied des Kuratoriums der Muslimischen Akademie in Deutschland.

dpa

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