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Omega-Wetterlage hat Sachsen im Griff – Parallelen zum Hochwasser-Juni 2013

Gewitter und Starkregen Omega-Wetterlage hat Sachsen im Griff – Parallelen zum Hochwasser-Juni 2013

Eine Unwetterwarnung jagt die nächste, unvermittelt schüttet es wie aus Eimern oder gewittert. Eine umgekehrte Omegalage hat Sachsen im Griff – und es gibt Parallelen zum Hochwasser-Juni 2013.

In Leipzig-Connewitz regnete es am Mittwoch in kurzer Zeit bis zu 30 Liter pro Quadratmeter.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Seit Tagen strömen warme und feuchte Luftmassen von Mittelmeer und Adria nach Sachsen, aktuell auch vom Schwarzen Meer. Über Mitteldeutschland setzen sie sich fest, bilden die Keimzelle für Unwetter wie in der Sächsischen Schweiz und örtlichem Starkregen, der am Mittwoch Straßen in Leipzig unter Wasser setzte. Manch einer fühlt sich an den Hochwasser-Juni 2013 erinnert. Tatsächlich ist die Wetterlage ähnlich, so Meteorologe Gerold Weber vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig.

Eine umgekehrte Omegalage hat Sachsen im Griff. Entspricht das Strömungsmuster über Europa der bauchigen Form des griechischen Großbuchstabens, kesselt es normalerweise ein stabiles Hoch ein. Diesmal steht das Omega aber Kopf, und im Zentrum befindet sich ein Tief, das kaum von der Stelle weicht.

Trotzdem ist die Situation nicht eins zu eins mit 2013 zu vergleichen, erklärt Weber. „Damals zogen immer wieder Gewitter gegen das Erzgebirge und ostsächsische Mittelgebirge, und zwar stetig auf einer Linie“, so Weber. Diese Konstanz könnten die Wetterexperten derzeit nicht beobachten. Zwar gebe es eine gewisse Häufung starker Gewitter über der Sächsischen Schweiz, „aber nicht mit dieser Niederschlagsmenge wie 2013.“

Keine akute Gefahr an Mulde, Elbe und Weißer Elster

Auch Axel Bobbe von der Landestalsperrenverwaltung Sachsen sieht Parallelen zum Flut-Juni vor drei Jahren, weist aber auf die unterschiedliche Ausgangslage hin: „Damals gab es schon im Mai flächigen Regen“, sagt er. Diesmal seien die Böden trocken und aufnahmefähig. Die Karte des Landeshochwasserzentrums zeigt nirgends erhöhte Pegel an. Fast alle Gewässer führen weniger als Mittelwasser, so Bobbe. „Das heißt nicht, das die Situation nicht plötzlich örtlich akut werden kann.“ Doch für Mulde, Weiße Elster und Elbe zeichne sich derzeit keine Gefahrenlage ab.

Und wenn es doch ganz dicke kommt, hat Sachsen noch ausreichend Stauraum in petto. „Wir sind mit den Talsperren nicht Oberkante Unterlippe“, so Bobbe. Auch die Hochwasserschutzräume wie das Speicherbecken Borna mit einer Aufnahmekapazität von 45 Millionen Kubikmetern Wasser oder das Stöhnaer Becken im Speichersystem der Unteren Pleiße seien leer. In den Zwenkauer See können bei Hochwasser in der Weißen Elster rund 20 Millionen Kubikmeter Wasser eingeleitet werden. „Ein wichtiger Baustein“, so Bobbe. Diese Karte wurde auch 2013 ausgespielt, als in Leipzig Katastrophenalarm und tausende Freiwillige im Süden der Stadt die Deiche der Weißen Elster mit Sandsäcken verstärkten.

Grimmas Flutmauer erst 2018 funktionsfähig

Während Leipzig verschont blieb, wurde die Muldestadt Grimma nach 2002 auch 2013 von der Flut schwer verwüstet. Danach investierte die Landestalsperrenverwaltung rund 50 Millionen Euro in eine 2,1 Kilometer lange Schutzmauer. Doch noch wird gebaut, und erst 2018 soll das Bauwerk komplett funktionsfähig sein, so eine LTV-Sprecherin am Mittwoch. Die Stadt will in den kommenden beiden Jahren auf eigene Faust Vorsorge tragen und im Fall der Fälle mit 100 sandgefüllten Big Packs die Löcher im Wall stopfen.

Die umgekehrte Omega-Lage ist vor allem eines, nämlich stabil. Bis zum Sonntag bleiben die schwül-warmen Luftmassen bestimmend für das Wetter in Sachsen, so DWD-Meteorologe Gerold Weber. Danach gebe es eine kurze Pause. „Und dann müssen wir sehen, wie sich das so einpendelt“, sagt er.

Rückblick: Das Juni-Hochwasser 2013 in Mitteldeutschland

Von Evelyn ter Vehn

Leipzig 51.339695 12.373075
Leipzig
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