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Opel will in Eisenach 300 Stellen streichen - Sanierung mit Staatsmilliarden

Opel will in Eisenach 300 Stellen streichen - Sanierung mit Staatsmilliarden

Frankfurt/Erfurt/Eisenach. Opel will sich mit milliardenschweren Staatshilfen und massivem Stellenabbau sanieren. Bund und Länder sollen sich nach den Vorstellungen des Autobauers mit 1,5 Milliarden Euro an der Sanierung beteiligen.

In Deutschland will Opel mehr als 3900 Stellen streichen, darunter 300 in Eisenach, sieht das am Dienstag vorgelegte Sanierungskonzept vor. Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) sprach sich für zügige Bund-Länder-Verhandlungen zu Opel aus. „Es gibt keinen Grund, die Gespräche jetzt noch lange hinauszuzögern“, erklärte er in Erfurt.

Ähnlich wie Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) forderte Machnig jedoch einen angemessenen Beitrag des Mutterkonzerns General Motors an den Opel-Sanierungskosten. „Ich habe Zweifel, dass das im Moment schon der Fall ist.“ Grundsätzlich unterstütze Thüringen jedoch jede rechtlich und wirtschaftlich tragfähige Lösung, die Produktion und Beschäftigung am Opel-Standort Eisenach sichere, erklärte der Minister.

Die Landesregierung werde das etwa 360 Seiten starke Konzept in den nächsten Tagen eingehend prüfen. Nach einer ersten Einschätzung sei es jedoch tragfähig genug, um Verhandlungen über die Opel-Zukunft aufzunehmen. Zur Höhe möglicher Staatshilfen wollten sich Thüringer Regierungsmitglieder noch nicht äußern.    Den deutschen Betrag an den Sanierungshilfen von 1,5 Milliarden Euro sollen je zur Hälfte Bund und Länder zahlen, hieß es von den Opel-Bundesländern. Dem Antrag zufolge sollen die Hilfen aus dem „Deutschlandfonds“ kommen, den die Bundesregierung in der Krise für notleidende Unternehmen aufgelegt hatte. Um Gelder aus dem Topf zu erhalten, müssen Unternehmen nachweisen, dass sie zum 1. Juli 2008 noch keine wirtschaftlichen Schwierigkeiten hatten. Daher bezweifeln Experten, dass Opel die Kriterien erfüllt. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte, er werde den Antrag sorgfältig prüfen.

Nach den vorgelegten Planungen will Opel zu den führenden Herstellern umweltfreundlicher Autos in Europa aufsteigen und 2012 wieder Gewinne machen. Von den gut 3900 Stellen, die Opel in Deutschland streichen will, entfallen 1799 auf Bochum und 862 auf die Produktion in Rüsselsheim. In Eisenach und Kaiserslautern sollen jeweils 300 Stellen gestrichen werden.

Nach einem Treffen mit Opel-Chef Reilly hatten Machnig und der Eisenacher Betriebsrat Anfang Februar jedoch mitgeteilt, dass nur 120 Stellen von Mitarbeitern wegfallen würden, die bereits in Altersteilzeit sind. Die restlichen 180 Arbeitnehmer sollen auch mit Kurzarbeitsregelungen in der Thüringer Corsa-Fabrik gehalten werden. Dort sollen künftig alle Corsa-Dreitürer gebaut werden. Zudem sieht das Opel-Konzept vor, dass die Produktion von Blechteilen für den Kleinwagen von Spanien nach Deutschland verlagert wird.

„Wir müssen unsere Kapazitäten anpassen - sonst hat keiner mehr einen Job“, sagte Reilly. Der Plan ist noch nicht mit der Arbeitnehmerseite, die einen Sanierungsbeitrag leisten soll, abgestimmt. Jährlich 265 Millionen Euro in den Jahren 2010 bis 2014. Er soll sich auf jeweils 265 Millionen Euro in den Jahren 2010 bis 2014 belaufen. Das lehnen Arbeitnehmervertreter ab.

Der Opel-Chef versprach bis 2014 Investitionen von rund 11 Milliarden Euro. Damit sollen beispielsweise in den kommenden zwei Jahren 80 Prozent der Produktpalette erneuert werden. Der Schwerpunkt werde auf alternativen Antrieben liegen. Für neue Antriebe seien Investitionen von einer Milliarde Euro geplant. Das Geld solle zunächst aus den Staatshilfen stammen. Die Gespräche mit den Regierungen will Reilly „in einigen Wochen“ abschließen. Bis dahin habe Opel ausreichend Liquidität.

dpa

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