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Organspende: Deutschland hängt hinterher

„Eine Katastrophe“ Organspende: Deutschland hängt hinterher

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation vermeldet einen deutschlandweiten Anstieg der Transplantationszahlen um vier Prozent. Thüringen trumpft mit einem Anstieg um ganze 70 Prozent. Trotzdem seien die Aussichten alles andere als rosig, heißt es auf dem 24. Jahrestag der Deutschen Transplantationsgesellschaft in Dresden.

So einfach wie bei diesen anatomischen Modellen gestaltet sich die Organentnahme im Ernstfall nicht.
 

Quelle: dpa

Dresden. In Sachsen und Thüringen warten derzeit insgesamt 888 Menschen auf eine Organtransplantation, die meisten bräuchten eine Niere, so eine Sprecherin des Vereins Eurotransplant. Im Jahr 2014 war die Anzahl der Organspender in Sachsen kurzzeitig angestiegen. So wurden 172 Organe von 55 Spendern für eine Transplantation entnommen. Für das Jahr 2015 scheint die Zahl stabil zu bleiben. Im Zeitraum von Januar bis September spendeten 44 Verstorbene ihre Organe. Thüringen hingegen verzeichnet in diesem Jahr bislang einen Spenderzuwachs von mehr als 70 Prozent. Während in der Zeit von Januar bis September 2014 lediglich 17 Verstorbene ihre Organe gespendet haben, zählt man 2015 für den gleichen Zeitraum 29 Spender.

Deutschland ist Schlusslicht Europas

Grund zur Freude gibt es trotzdem nicht. Der Geschäftsführer der Deutschen Transplantationsgesellschaft, Christian Hugo, spricht auf der 24. Jahrestagung der DTG in Dresden von einer „Katastrophe“. Deutschland sei in puncto Organspende mittlerweile das Schlusslicht Europas. Zwar seien laut DTG mehr als 70 Prozent der Deutschen dazu bereit, Organe zu spenden, doch scheitere eine Umsetzung vor allem an strukturellen Problemen. „Viele haben keinen Organspendeausweis, und wenn nie über das Thema gesprochen wurde, wissen die Angehörigen nicht, ob der Verstorbene spenden wollte oder nicht. Sie entscheiden dann nach ihren eigenen Wertvorstellungen. Und wenn zum Beispiel in einer Patientenverfügung festgelegt ist, dass der Patient keine intensivmedizinischen Maßnahmen mehr wünscht, schließt auch das eine Spende oft aus“, erklärt Christa Wachsmuth von der Deutschen Stiftung für Organtransplantation.

Außerdem komme ohnehin nur ein Bruchteil der Verstorbenen als Organspender in Betracht. Eine Spende ist nur möglich, wenn der unumkehrbare Hirnfunktionsausfall festgestellt wurde und eine Zustimmung zur Organspende vorliegt. Außerdem müssten die Organe gesund sein. „Nur bei wenigen Menschen, die in den Krankenhäusern versterben, ist eine Organspende überhaupt möglich“, so Wachsmuth.

Von Nathalie Helene Rippich

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