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Orkantief über Mitteldeutschland - Auch Biathlon-Weltcup im thüringischen Oberhof betroffen

Orkantief über Mitteldeutschland - Auch Biathlon-Weltcup im thüringischen Oberhof betroffen

Entwurzelte Bäume, beschädigte Autos und ein umgestürzter Weihnachtsbaum – nachdem Sturmtief „Ulli“ bereits in der Nacht zum Mittwoch vor allem im Südwesten Sachsens die Einsatzkräfte auf Trab gehalten hat, ist das nächste Unwetter bereits im Anmarsch.

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Arbeiter zersägen in Wuppertal einen Baum, der in das Dach eines Hauses gestürtzt ist.

Quelle: dpa

Leipzig. Der Deutsche Wetterdienst warnt in Sachsen und Thüringen vor weiteren Orkanböen in der Nacht zum Donnerstag, die bis zum Mittag anhalten können. In den Wintersportregionen im Erzgebirge und im Thüringer Wald bleibt man vorerst gelassen.

Laut Deutschem Wetterdienst seien von der Sturmwarnung die Regionen oberhalb von 400 Metern betroffen, in Sachsen etwa das west- und ostelbische Bergland. In Thüringen könne dies bis auf den Kreis Altenburger Land auf alle anderen Regionen zutreffen. Bereits in der Nacht zum Donnerstag nehme der Wind rasch zu. In Höhenlagen oberhalb von 400 Metern werden in der zweiten Nachthälfte Sturmböen mit einer Geschwindigkeit bis zu 100 Kilometer pro Stunde erwartet. Zeitweise könnten sich die orkanartigen Böen auf bis zu 115 Stundenkilometer steigern. Mit dieser Windgeschwindigkeit rechnet Gerold Weber vom Deutschen Wetterdienst auch im thüringischen Oberhof, wo bis zum kommenden Sonntag der Biathlon-Weltcup ausgetragen wird.

Für die Veranstalter sind die stürmischen Wetterprognosen kein Grund zur Beunruhigung. „Natürlich müssen wir tagesaktuell entscheiden“, sagte Hendrik Neukirchner, Sprecher der WSRO-Skisport GmbH, „aber wir sind optimistisch, dass sowohl die Trainings wie auch die Wettkämpfe stattfinden werden.“ Einzig die Werbebanner hätten dem Wind weichen müssen und seien abgenommen worden, so Neukirchner. „Trotz widriger Wetterverhältnisse sind die Strecken in gutem Zustand.“ Dafür seien rund 500 Helfer im Einsatz, die täglich die Pisten präparierten. „Die Mischung aus Regen, Schnee und Wind erfordert nicht nur von den Sportlern sondern auch von den Organisatoren Höchstleistungen“, so der Veranstalter, der knapp 100 000 Besucher erwartet.

Auch im Erzgebirge sieht man dem Unwetter gelassen entgegen: Auf Grund der derzeitigen Wettersituation sieht der Erzgebirgskreis in seiner Eigenschaft als Katastrophenschutzbehörde keinen Handlungsbedarf, hieß es am Mittwoch aus dem Landratsamt des Erzgebirgskreises.

Der Deutsche Wetterdienst warnt wegen des erwarteten Sturms vor dem Aufenthalt in bewaldeten Gebieten. „Die Leute sollten auf herabstürzende Bäume und Äste achten“, empfielt Weber, „aber auch auf andere Dinge, wie zum Beispiel herabfallende Ziegel oder andere Gegenstände.“

Wie die Polizeidirektion Südwestsachsen am Mittwoch mitteilte, hatten die vorangegangenen Orkanböen in Zwickau den Weihnachtsbaum auf dem Hauptmarkt umstürzen lassen. Der Baum fiel auf eine Freifläche, verletzt wurde niemand. An anderen Orten hatte der Sturm Bäume entwurzelt oder diese brechen lassen. In Wilkau-Haßlau wurden vier Autos beschädigt, als ein Baum auf die geparkten Fahrzeuge fiel. Vielerorts musste die Feuerwehr umgestürzte Bäume von den Straßen beseitigen, weil diese den Verkehr behinderten.

Die Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge registrierte rund 30 Einsätze wegen des Sturmtiefs. In Hohenstein-Ernstthal wurde ein Dach teilweise abgedeckt, herabfallende Ziegel trafen ein Auto. Zudem stürzte ein Baum auf eine Telefonleitung. Auf dem Markt in Brand-Erbisdorf riss der Sturm den Weihnachtsbaum um, die Feuerwehr musste die auf die Straße ragende Baumspitze absägen. Auch für die 31 Meter große Weihnachtsfichte auf dem Chemnitzer Markt ist das Aus besiegelt: Nach Stadtangaben der Stadt sollte sie am Mittwochnachmittag aus Sicherheitsgründen gefällt werden.

Nach Angaben des Landesamtes Umwelt, Landwirtschaft und Geologie besteht in Sachsen derzeit keine Hochwassergefahr. Das Tauwetter habe weniger Auswirkungen als zunächst erwartet. Der Elbepegel liegt derzeit bei 2,35 Metern. „Ein normaler Wasserstand für den Winter“, sagte eine Sprecherin.

Stefanie Büssing/dpa

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